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Meine Motto-Läufe

Der Werner Schwab Lauf

Kurzer Morgenlauf nach Ottakring, wo in der Payergasse 12 der österreichische Schriftsteller und Dramatiker Werner Schwab ein paar Jahre wohnte. Schwab wäre heute 68 Jahre alt geworden, ist aber am 1. Februar 1994 im Alter von 36 Jahren an einer Alkoholvergiftung in seiner Wohnung in Graz gestorben.

Werner Schwab wurde als Sohn einer Haushälterin und eines Maurers in Graz geboren. Der Vater verließ kurz nach seiner Geburt die Familie und die Mutter musste wegen fehlender Unterhaltszahlungen in ihr Elternhaus zurückziehen. Kurzfristig musste sie auch ihren Sohn in Pflege geben, bis sie eine Stelle als Hausmeisterin bekam und sie mit ihm in eine kleine Ein-Zimmer-Wohnung ziehen konnte. Darin verbrachte Werner Schwab zusammen mit seiner religiösen Mutter eine schwere Kindheit, die er mit der Einführung seines Alter Ego Herrmann Wurm in „Volksvernichtung oder meine Leber ist sinnlos“ zu verarbeiten versuchte.

Schwab wollte früh Künstler werden und besuchte die Kunstgewerbeschule in Graz. Zwei Jahre später verließ er die Schule, weil er sich weigerte eine Kunstgeschichteprüfung abzulegen. Später versuchte er, an der Akademie der Bildenden Künste in Wien aufgenommen zu werden. Dies scheiterte zunächst, und Schwab begann mittellos die elektroakustischen Vorlesungen von Dieter Kaufmann in Wien zu besuchen.

Später wurde er doch noch von der Akademie akzeptiert und erhielt Waisenrente und Höchststipendium zugesprochen, wodurch sich seine finanzielle Situation erheblich verbesserte. 1981 zog er mit seiner Freundin Ingeborg Orthofer nach Kohlberg, wo sie eine Landwirtschaft erworben und begannen aus verderblichen Materialien wie Fleisch, Knochen und Tierkadavern verwesende Skulpturen zu erschaffen.

Das Leben in Kohlberg ließ Fahrten nach Wien kaum noch zu, weswegen Schwab 1982 aus der Akademie ausschied und sich vermehrt dem Schreiben zuwandte. Da Schwab trank, ging die Beziehung mit Orthofer allerdings später in die Brüche.

Schwab erhielt mehrere Literaturförderpreise, wie beispielsweise den Literaturförderpreis der Stadt Graz oder für „Volksvernichtung oder meine Leber ist sinnlos“ den Mühlheimer Dramatikerpreis und wurde auch als Dramatiker des Jahres von Literaturzeitschriften geehrt. Am 1. Jänner 1994 fand man Schwab mit 4,1 Promille Blutalkoholkonzentration tot in seiner Wohnung, gestorben an einer durch eine Alkoholvergiftung hervorgerufenen Atemlähmung.

Der Werner Schwab Lauf:

Der Karl Marinelli Lauf

Nass und feucht war es bei meinem gestrigen Morgenlauf, dafür diesmal mit über 13 Kilometern wieder etwas länger nach einem intensiven Wochenende in Köln.

Karl Marinelli war Schauspieler und Theaterdirektor des Leopoldstdädter Theaters, in dem er auch wohnte. Vom Theater sieht man heute nichts mehr, es war an der Adresse Praterstraße 31/Zirkusgasse 12. Hätte bei meiner Umrundung nach etwaigen Erinnerungen gesucht, aber nichts gefunden.

Karl Marinelli war der Begründer der Wiener Lokalposse und schrieb mehrere Stücke. Gemeinsam mit Johann Josef La Roche gründete er an einer günstigen Stelle das Leopoldstädter Theater. Durch das Auftreten von Johann Josef La Roche, bewarb sich Marinelli um ein kaiserliches Privileg für ein stehendes Theater (im Gegensatz zu Wanderbühnen) in der Leopoldstadt, das er am 28.12..1780 erhielt. Schon am 20. Oktober 1871 konnte das Leopoldstädter Theater als erste „stehende“ Volksbühne Wiens eröffnet werden. Als Direktor hat Marinelli wohl selbst nicht mehr mitgespielt, schrieb aber zahlreiche Lustspiele und Lokalpossen.

Der Karl Marinelli Lauf:

Der Wolfgang von Kempelen Lauf

Bevor es heute Abend nach Köln geht, noch schnell 10,5 Kilometer nach Favoriten und zurück im Zeichen von Wolfgang von Kempelen, nach dem die Kempelengasse benannt wurde. Kempelen war Architekt, Mechaniker und Erfinder und baute unter anderem 1791 den ersten funktionstüchtigen Sprechapparat.

Europaweite Bekanntheit erlangte Kempelen auch durch die Konstruktion seines Schachtürken, was damals eine Art Schachautomat war. Im Gerät befand sich ein menschlicher Schachspieler, der mithilfe einer kunstreichen Mechanik die Schachzüge einer türkisch gekleideten Puppe steuerte.

Während der Schachtürke lediglich zu Unterhaltungszwecken diente, baute Kempelen 1791 die erste Sprechmaschine zur Hervorbringung menschlicher Sprachlaute. Kempelen baute auch ein Hilfsmittel für den Blindenunterricht. Für die Sängerin, Komponistin und Pianistin, die wegen ihrer Blindheit Analphabetin geblieben war, baute er einen dreidimensional tastbaren Letternsatz und brachte der Blinden damit das Lesen und Schreiben bei.

Der Wolfgang von Kempelen Lauf:

Der Helmut Eisendle Lauf

Flotter Lauf durch die Stadt bei kalten Temperaturen und Sonnenschein. Herrlich. Der Schriftsteller Helmut Eisendle wäre heute 87 Jahre alt geworden, ist aber 2003 an Speiseröhrenkrebs gestorben. Gelebt hat er im 4. Bezirk in der Schäffergasse 13.

Zuerst war Helmut Eisendle Telefonmechaniker und holte parallel die Matura auf einer Abendschule nach. Nach der Matura studierte er Psychologie, Philosophie und Biologie. Daneben arbeitete er als Werkstättenlehrer an der Höheren Technischen Lehranstalt in Graz.

Bevor er Schriftsteller wurde, arbeitete er als Erziehungsberater in einer Gruppenpraxis. Als Schriftsteller war er Mitarbeiter der Literaturzeitschrift Manuskripte und lebte abwechselnd in Barcelona, Berlin, München, Friaul, teilweise in der Südsteiermark, dann wieder in Wien und Amsterdam. Helmut Eisendle war ein Vertreter der sprachskeptischen und sprachkritischen Strömung in der neueren österreichischen Literatur. In seinen Prosawerken, Essays und Hörspielen räumte er seinem Fachgebiet, der Psychologie und deren Kritik, breiten Raum ein.

Der Helmut Eisendle Lauf:

Der Josef Kainz Lauf

Nachdem ich gestern für den Frühlauftreff nicht motiviert genug war, musste ich heute raus und so ging’s zum Türkenschanzpark bergauf und bergab. Vorher aber durch den Josef Kainz Park. Josef Kainz war einer der größten deutschsprachigen Theaterschauspieler, der heute den 167. Geburtstag gehabt hätte.

Nach dem frühen Tod seines Vaters wurde er von seiner Mutter maßgeblich gefördert und debütierte bereits als 15jähriger am Sulkowskitheater in Matzleinsdorf. Nach einigen Gastspielreisen wirkte Kainz am neu gegründeten Deutschen Theater in Berlin und entwickelte sich dort zum berühmtesten deutschsprachigen Charakterdarsteller seiner Zeit. Er brillierte unter anderem als Hamlet, Richard II., Don Carlos und Franz Moor in Friedrich Schillers Drama Die Räuber.

1899 wechselte er schliesslich ins Wiener Burgtheater, wo er zum Hofschauspieler ernannt wurde. 10 Jahre blieb er am Burgtheater, doch nach langen Verhandlungen bekam er schliesslich einen 6jährigen Urlaub zuerkannt. Für Josef Kainz war das Burgtheater ein „verbeamtetes Theater“ und die Qualitätsansprüche konnten dem unverträglichen und launenhaften Künstler nicht mehr erfüllt werden.

Im Herbst 1909 erkrankte Josef Kainz an Darmkrebs, dessen zunehmende Beschwerden die Bühnenpraxis beeinflussten. Eine Operation war zuerst erfolgreich, doch das Leiden kehrte wieder zurück. Auf seinem Sterbebett erreichte Kainz am 20. September 1910 als besondere Auszeichnung noch die schriftliche Ernennung zum Burgtheaterregisseur.

Der Josef Kainz Lauf:

Der Antonie Adamberger Lauf

Wahrscheinlich der letzte Lauf im 2025er Jahr, außer ich hab morgen noch einmal Lust. Ich war bei einem Zehner auf den Spuren der Schauspielerin Antonie Adamberger, die am Fleischmarkt 6 wohnte und im 2. Bezirk gibt es auch eine Adambergergasse.

Antonie Adamberger debütierte als 16jährige am Burgtheater in Wien und wurde sofort als Hofschauspielerin engagiert. Sie wurde schnell einer der Lieblinge des Wiener Publikums. Beethoven komponierte speziell für Antonie Adamberger die Lieder des Klärchen für seine Musik zu Goethes Trauerspiel Egmont. Wie sie später erwähnt hatte, hat sie sehr gerne mit Beethoven zusammen gearbeitet und seine Arbeit sehr geschätzt.

Als der deutsche Schriftsteller und Freiheitskämpfer Theodor Körner ans Burgtheater berufen wurde, hat Antonie ihn erstmals bei einer Probe des Lustspiels „Der grüne Domino“ gesehen. Bereits im selben Jahr verlobten sich die beiden und er schrieb bald an seinem Drama Toni, bei der Antonie Adamsberger die Hauptrolle übernahm.
Körner widmete ihr bis zu seinem Tod 1813 Gedichte und neben dem Drama Toni auch noch das Stück Zriny. Einige Jahre nach seinem Tod verließ Adamberger die Bühne und heiratete im selben Jahr den Archäologen Joseph Arneth. Die beiden hatten einen gemeinsamen Sohn, den Historiker und Politiker Josef von Arneth. Später wurde sie Vorleserin der Kaiserin Karoline Auguste. Die Kaiserin hat Adamsberger auch zur Oberin des Karolinenstifts ernannt, einem Erziehungsinstitut für Soldatenkinder.

Der Antonie Adamberger Lauf:

Der Hilde Zaloscer Lauf

Die aktuelle Nebelsuppe über Wien seit mehr als einer Woche macht das Laufen etwas schwieriger, die Motivation ist nicht so groß, aber man muss halt trotzdem raus. Also begab ich mich auf die Spuren von Hilde Zaloscer, die vor allem im Literaturhaus in der Seidengasse und am Institut für Kunstgeschichte im Alten AKH sehr präsent war. Im Hof 9 des Alten AKHs wird auch an sie gedacht gemeinsam mit anderen Ermorderten, Vertriebenen und Ausgegrenzten im zweiten Weltkrieg.

Geboren wurde Hilde Zaloscer in Tuzla, wo sie wie auch in Banja Luka ihre Kindheit verbrachte. Mit dem Zusammenbruch der Habsburgmonarchie fand ihre unbekümmerte Kindheit ein jehes Ende und die ganze Familie musste aus Bosnien nach Wien fliehen. Hilde Zaloscer besuchte in Wien die Schule und maturierte auch. 1921 schrieb sie sich für Kunstgeschichte an der Universität Wien ein. Hilde Zaloscer nahm die zunehmende Polarisierung und den ansteigenden Antisemitismus allerdings erst nach Abschluss ihrer Promotion 1927 wahr, als sie aufgrund ihrer jüdischen Herkunft Probleme hatte, eine Stelle in Österreich zu finden. Aufgrund ihrer schlechten Zukunftsaussichten entschied sie sich Anfang der 1930er Jahre zur Emigration nach Ägypten.

1936 wurde ihr über Bekannte eine Stelle als Haushaltshilfe in Alexandria vermittelt. Dieser Beruf entsprach nicht ihren Qualifikationen, aber er war gut für einen Neuanfang. Allerdings kündigte sie schon nach fünf Monaten, da das Spannungsverhältnis innerhalb dieser Familie sehr groß war und die Hausherrin hätte sie aus Eifersucht drangsaliert und zur Kündigung gezwungen.

Ohne finanzielle Absicherung entschied sie sich aber trotzdem in Ägypten zu bleiben. Die ägyptische Kultur hatte eine immense Faszination auf sie ausgeübt. Ihren Unterhalt verdiente sie als Gästeführerin und freie Autorin. Mit Beginn des zweiten Weltkriegs stand sie in Ägypten wieder vor einer unsicheren Zukunft. Ihre Haupteinnahmequelle – archäologische und kunsthistorische Führungen – fiel infolge des Zweiten Weltkriegs fast gänzlich weg.

Außerdem wurde Zaloscer als österreichische Staatsbürgerin in Ägypten, das unter britischer Besatzung stand, zum enemy alien erklärt. Um einer drohenden Internierung als ,feindliche Ausländerin‘ oder Ausweisung nach Österreich zu entgehen, ging sie 1939 eine Scheinehe mit einem Ägypter ein und erlangte so die ägyptische Staatsbürgerschaft.

Schein- oder Schutzehen für deutschsprachige Jüdinnen spielten in dieser Zeit eine wichtige Rolle als Schutzinstrument vor Ausweisung und Diskriminierung, teilweise wurden sie sogar durch Institutionen wie das jüdische Krankenhaus in Alexandria vermittelt. In Hilde Zaloscers Fall stellte ein befreundetes Ehepaar den Kontakt zu einem ägyptischen Fabrikangestellten her, der sie gegen Zahlung von 50 Pfund heiratete. Damit konnte sie im Land bleiben. Zaloscer nahm den Namen „Samira Shukri“ an und trat während der Trauung formal zum Islam über. Der Kontakt zu ihrem Ehemann, der kurz darauf verstarb, beschränkte sich nur auf die Hochzeitszeremonie.

Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs konnte sie in Erfahrung bringen, dass der Großteil ihrer Familie in die USA geflohen ist und überlebt hatte. Vater und Schwester kehrten 1947 nach Wien zurück. Auch Hilde kehrte nach Wien zurück, wurde aber bald wieder enttäuscht und sah keine Perspektive für sich in Österreich. Daher kehrte sie wieder in ihre neue Heimant Ägypten zurück.
Ende der 1940er Jahre verbesserte sich ihre Situation in Ägypten schlagartig. Der bekannte ägyptische Schriftsteller Taha Hussein, den sie persönlich kannte, war zum Bildungsminister ernannt worden und berief sie als Professorin für Kunstgeschichte an die Universität in Alexandria ein. Sie war ab diesem Zeitpunkt also keine Emigrantin mehr, sondern eine ägyptische Beamtin mit gutem Einkommen. Nun fühlte sie sich in Ägypten angekommen und musste sich keine Sorgen mehr um ihr Auskommen machen. Doch bald merkte sie, dass auch Ägypten im Umbruch war.
Ein erstarkender ägyptischer Nationalismus und mehrere verlorene Kriege gegen den 1948 gegründeten Staat Israel gaben Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit in Ägypten Auftrieb. Sie fühlte sich als Jüdin nicht mehr sicher in diesem Land.

Nach dem Ende des Sechstagekriegs im Jahr 1967 verschlechterte sich die Situation für Jüdinnen und Juden in Ägypten dramatisch. Hilde Zalsoscar wurde mehrfach mitten in der Nacht von der Polizei abgeholt und verhört bzw. mehrfach unter Hausarrest gestellt. So verabschiedete sich 1968 nach einigen Schwierigkeiten mit dem Ausreisevisum von ihrem Leben in Ägypten und kehrte nach Wien zurück.

Wien war aber keine Heimat mehr für sie. Sie fühlte sich in Wien als Fremde und fiel in eine schwere Depression. Für vier Jahre zog sie aufgrund einer Gastprofessur noch einmal nach Kanada. Den Rest ihres Lebens verbrachte sie aber in Wien, wo sie sich aber nicht mehr beheimatet fühlte. ( https://diaspora.juedische-geschichte-online.net/beitrag/guenter-hilde-zaloscer )

Der Der Hilde Zaloscer Lauf:

Der Adalbert Seligmann Lauf

Grau in grau bei meinem heutigen Morgenlauf durch den Wienerberg bis nach Liesing. Mystische Stimmung, passt momentan ganz gut zu mir.

Wo ging’s hin? Nach einigen Umwegen, da es nicht so einfach war, in die Seligmanngasse in den 23. Bezirk und dann noch weiter zur U6. Wer war also Adalbert Seligmann, der heute seinen 80. Todestag hat? Seligmann war ein österreichischer Maler und Kunstkritiker. Seligmann war auch als Lehrer tätig und war besonders um die Jahrhundertwende ein sehr geschätzter Historienmaler, der auch Kunstkritiken für die Neue Freie Presse schrieb. Er war auch einer der Mitbegründer der Frauenkunstschule, aus der später die Wiener Frauenakademie wurde. Sein bekanntestes Gemälde stellt den im Hörsaal vor versammeltem Auditorium operierenden Chirurgen Theodor Billroth dar.

Von seinem Vater hat er die Schädelfragmente Beethovens übernommen und bewahrte diese bis 1936 in seiner Wiener Wohnung auf. Später hielt er diese bis Kriegsende an einem unbekannten Ort versteckt. Seligmann war teilweise jüdischer Herkunft, überstand den Krieg und das NS-Regime in Wien aber unbeschadet. Über seine Erben wanderte der Beethoven Schädel 1990 nach San José in Kalifornien ans Center for Beethoven Studies der San José State University.

Der Adalbert Seligmann Lauf:

Der Ödön von Horvath Lauf

Der ungarisch-österreichische Schriftsteller Ödön von Horvath lebte zwar nicht lange in Wien, doch ein Bezirk inspirierte ihn zu einem seiner größten Werke, und zwar die „Geschichten aus dem Wienerwald“. Deshalb begab ich mich an seinem 124. Geburtstag zu einem flotten Lauf durch die Josefstadt. Das Haus in der Lange Gasse 26 diente ihm als Vorlage für seine „Geschichten aus dem Wienerwald“. In dem Horvath Stück befindet sich in diesem Haus die Fleischerei von Oskar und das Geschäft des Zauberkönigs. Auch eine kleine Trafik gab es in dem Haus. Von diesen Geschäften gibt es in dem Haus nichts mehr, aber das Beisl „Das Lange“ ist hier eingemietet und eine Tafel erinnert an den Schriftsteller.

Einige Hausnummern weiter kommt man zum Hotel Zipser, in dem Horvath immer wieder wohnte, wenn er Wien besuchte. 1904 war es noch ein Heim für junge Mädchen, danach wurde es in eine Pension umgebaut und mittlerweile ist es ein Hotel. Das Wappen an der Gebäudefassade ist jenes der französischen Stadt Orsay. Weiter ging es in die Piaristengasse, wo Horvath als junger Maturant öfters bei seinem Onkel Josef Prehnal in der Piaristengasse 62 lebte.

Weiter ging es über das Rathaus zurück in die Josefstädter Straße, wo sich auf Nummer 9 zu Horvaths Zeiten ein Geschäft für Zauber- und Faschingsartikel befand. Heute befinden sich dort einige kulinarische Angebote. Im Lokal „Aloha Bowl“ gibt es schmackhafte hawaiianische Bowls, Pizzas bekommt man daneben und ein ehemaliges asiatisches Lokal steht mittlerweile leer.

Auch das Theater in der Josefstadt ist sehr mit Ödön von Horvath verbunden. Dort wurden seine Stücke „Geschichten aus dem Wiener Wald“, „Jugend ohne Gott“ und „Kasimir und Karoline“ aufgeführt. Im Theater in der Josefstadt wurde auch Horvaths verschollenes Stück „Niemand“ am 1. September 2016 uraufgeführt wurde. Das von Horvath als Tragödie bezeichnete Stück behandelt die Geschichte der unterschiedlichen BewohnerInnen eines Mietshauses und dessen Besitzer, sowie deren Konflikte und Einzelschicksale.

Der Ödön von Horvath Lauf:

Der Norbert Sterk Lauf

Heute früh ging es laufend wieder einmal westwärts hinter dem Roten Berg vorbei die Veitingergasse hinauf, wo der Komponist Norbert Sterk wohnt und dort auch seine Logopädie Praxis hat. Norbert Sterk hat heute seinen 57. Geburtstag und studierte am Wiener Konservatorium Klavier, Kontrabass, Tonsatz und Komposition. An der Universität Wien studierte er auch noch Philosophie, Musik- & Theaterwissenschaft.

Gleichzeitig absolvierte er auch die Ausbildung zum Logopäden und besuchte Seminare bei den Komponisten Ernst Krenek, Kurt Schwertsik, Alfred Schnittke, Karl Heinz Füssl und Ivan Eröd.
Seine Kompositionen werden weltweit bei vielen Festivals wie Wien Modern aufgeführt. Er arbeitet auch viel mit Künstlern anderer Sparten zusammen, wie beispielsweise den Malern und Malerinnen Elisabeth Holzer und Federico Vecchi und den Schriftstellern Semier Insayif und Doron Rabinovici. ( https://www.norbert-sterk.at/artikel/text//bio )

Der Norbert Sterk Lauf: