Schlagwort: Tischlerinnung

Der Franz Gruss Lauf

Am Weltlauftag auf den Spuren des Malers und Zeichners Franz Gruss unterwegs, der sich am Haus der Wiener Tischlerinnung in der Ziegelofengasse mit einigen Graffitos verewigt hat. In diesem Haus machte übrigens auch Sir Karl Popper seine Tischlerlehre.

Franz Gruss wurde an der Akademie der bildenden Künste ausgebildet und von Alois Delug und Rudolf Jettmar gefördert. Zu Beginn des ersten Weltkriegs kam er in russische Kriegsgefangenschaft, die er in Sibirien verbringen musste. Dort schnitzte er für den Kriegsgefangenenfriedhof ein überlebensgroßes Kreuz. Im März 1918 gelang ihm die Flucht aus der Kriegsgefangenschaft und er kehrte noch vor Ende des ersten Weltkrieges nach Hause.

Nach Ende des ersten Weltkrieges stand Franz Gruss vor der Wahl, eine festbezahlte Stelle als Mittelschullehrer anzunehmen oder sich der freien Kunst zu widmen, und sich damit für eine materiell ungesicherte Zukunft zu entscheiden. 1924 errichtete er ein eigenes Atelier im selbst gebauten Blockhaus, östlich von Silberbach im Erzgebirge, inmitten von Bergen und Wäldern.
Im zweiten Weltkrieg wurde er als Sudetendeutscher mit seiner Familie aus seiner Heimat vertrieben und kehrte nach Wien zurück. 1947 gestaltete er dort das Haus der Tischlerinnung in der Ziegelofengasse 31 mit einem Sgraffito aus.