Nach meinen beiden anstrengenden Läufen vom Wochenende, war ich heute früh etwas langsamer und gemütlicher unterwegs. Am 196. Todestag begab ich mich auf die Spuren von Friedrich von Gentz, dem Berater des Fürsten Metternich. Wo einst sein prachtvolles Biedermeier-Schlössl in Währing bzw. Weinhaus in der Währinger Straße 169 – 171 stand, ragt heute der rote Toepler-Hof-Gemeindebau empor. Als er beim Fürsten Metternich 1830 in Ungnade fiel, zog er sich mit der von ihm intensiv geförderten jungen Tänzerin Fanny Elßler bis zu seinem Tod im Sommer 1832 in sein Schlössel zurück. Damals hieß die Straße Herrengasse und nicht Währinger Straße. Die Straße war damals gründerzeitlich verbaut, irgendwann wurde das Schlössel demoliert (mehr konnte ich nicht herausfinden) und stattdessen der rote Toepler-Hof gebaut.
Nach Friedrich von Gentz wurde die Gentzgasse benannt, die ich im Anschluss zurückgelaufen bin. Auf Höhe des Aumannplatzes gibt es auch hier momentan eine riesige Baustelle.
Friedrich von Gentz war der engste Berater von Metternich und ihm wurde der Titel eines außerordentlichen Hofrates verliehen. Gentz nahm so als erster Sekretär und Protokollführer 1814/15 am Wiener Kongress teil und half Metternich bei der Formulierung und Durchsetzung der Repressionspolitik des Deutschen Bundes gegen die liberalen und nationalen Strömungen.
Friedrich von Gentz war leidenschaftlicher Theaterbesucher. Dabei lernte er 1829 die Tänzerin Fanny Elßler kennen. Der Altersunterschied war enorm, er war 65 Jahre alt und sie 19. Zwischen den beiden entstand eine enge Beziehung, die bis zum Tode von Gentz im Jahr 1832 dauerte. Gentz‘ politische Karriere endete abrupt, als er Anfang der 1830er Jahre Metternichs Kurs kritisierte und dieser ihm seine Gunst entzog.

Nachdem Adalbert Stifter das Stiftsgymnasium Kremsmünster besuchte, begann er 1826 ein Studium der Rechte in Wien. Das Studium finanzierte er sich als Hauslehrer. Aufgrund einer unglücklichen Liebesbeziehung, die er mit Alkohol zu verdrängen versuchte, musste er sein Studium abbrechen. Da er immer öfters in finanziellen Schwierigkeiten steckte, musste er seinen Verleger um Vorschüsse bitten. Ab 1851 wurde er aber sogar Schulrat in Linz und später Hofrat. Diesen Posten erhielt er aufgrund seinen guten Beziehungen zu Metternich, da er seinen Sohn Richard drei Jahre als Hauslehrer unterrichtet hatte.
Gegen Ende der 1850er Jahre verschlechterte sich der Gesundheitszustand von Adalbert Stifter schwer. Er nutzte öfters Kuraufenthalte und konnte auch seinen Lehrberuf nicht mehr ausüben. Stifter galt auch als übermäßiger Esser und Trinker, was seiner Gesundheit auch schadete. Von einem Wiener Freund ließ er sich regelmäßig Lahners Frankfurter Würstel senden. Stifter hat für gewöhnlich täglich sechs Mahlzeiten gegessen und es kam nicht selten vor, dass sein zweites Frühstück bereits ein Schnitzel mit Erdäpfelsalat war. Aufgrund einer Leberzirrhose fügte er sich in einem Spital eine Schnittwunde zu, durch die er letztendlich verstorben ist. 