Schlagwort: Robert Barany

Der Robert Barany Lauf

Diesmal ein Lauf in Gürtelnähe auf den Spuren von Robert Barany, der als erster Österreicher den Nobelpreis für Medizin erhielt. Gewohnt hat er in Wien in der Bartensteingasse 4, im Alten AKH, in der Mariannengasse 15 und der letzte Wohnsitz bevor er nach Schweden auswanderte war die Felix Mottl Straße 2. Die dortige Villa sieht aktuell etwas unbewohnt aus, aber wer weiß.

In jungen Jahren erkrankte Robert Barany an Knochentuberkulose im Kniegelenk, wodurch sein Interesse an der Medizin geweckt wurde. 1900 promovierte er in Wien und ging als Volontär nach Frankfurt zu dem Internisten Carl von Noorden und danach als Assistenzarzt zu dem Psychiater Emil Kraepelin in Heidelberg, bei dem er sich mit neurologischen Erkrankungen beschäftigte.

1903 erhielt er eine Assistenzstelle an der Universitäts-Ohrenklinik in Wien unter Leitung von Adam Politzer und ab 1907 von Viktor Urbantschitsch (1847–1921). Dort arbeitete, forschte und experimentierte Bárány über die Entstehung des kalorischen Nystagmus, der von ihm 1906 entdeckten kalorischen Reaktion des Innenohres, aus der als erste Darstellung einer exakten Funktionsprüfung der Bogengänge seine 1907 veröffentlichte Publikation Physiologie und Pathologie des Bogengangapparates hervorging. 1909 erlangte er seine Habilitation für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und lehrte als Privatdozent.

Für seine Arbeiten über Physiologie und Pathologie des Vestibularapparates erhielt er den Nobelpreis für Medizin des Jahres 1914. Aufgrund der Kriegsereignisse wurde der Preis jedoch erst 1915 zuerkannt und 1916 überreicht. Die Nachricht davon erreichte ihn im russischen Kriegsgefangenenlager Türkistan. Im Ersten Weltkrieg war Bárány als Chirurg in der k.u.k. Armee tätig und geriet mit dem Fall der Festung Przemyśl 1915 in russische Gefangenschaf. Über Intervention des damaligen schwedischen Kronprinzen und späteren Königs Gustav VI. Adolf und des Roten Kreuzes wurde er aber bereits 1916 entlassen und ging zurück nach Wien. Hier wurde er durch das Verhalten seiner österreichischen Kollegen enttäuscht, die ihm den Nobelpreis neideten.

Bárány verließ Wien und folgte einem Ruf an das Otologische Institut der Universität Uppsala in Schweden, wo er bis zu seinem Lebensende als erfolgreicher und angesehener Arzt, Lehrer und Forscher wirkte.


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