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Der Ignaz Bösendorfer Lauf

Ein halbwegs flotter Morgenlauf durch die Stadt an jenem Tag, als der Gründer der Firma Bösendorfer, Ignaz Bösendorfer, vor 230 Jahren das Licht der Welt erblickte.

Ignaz absolvierte seine ersten Lehrjahre in der Bautischlerei seines Vaters. Da er sich aber für Musik und Klavierbau interessierte, schickte ihn sein Vater zu Joseph Brodmann in die Lehre. Brodmann war ein bekannter Orgel- und Klavierbauer. Ignaz Bösendorfer galt als Brodmanns bester Schüler und wurde von diesem auch entsprechend gefördert. Als sich Brodmann zur Ruhe setzte, übernahm Ignaz Bösendorfer seinen Betrieb. Am 25. Juli 1828 erhielt er schließlich das Bürger- und das Meisterrecht und startete den Betrieb mit 500 Gulden und 2 Gehilfen.

Anfangs produzierte Ignaz Bösendorfer 4 Klaviere im Jahr. Nach und nach steigerte er die Produktion. 1835 fertigte er bereits ca. 200 Stück im Jahr. Einer der ersten von Ignaz Bösendorfer gebauten Flügel steht heute noch in Kärnten im Stift Millstatt und wird noch immer regelmäßig für Konzerte verwendet. Im Wien Museum befindet sich ein Hammerklavier von Ignaz Bösendorfer, das Franz Grillparzer gehörte.

Wien war damals eine Metropole der Musik und um 1825 gab es in Wien circa 140 Klavierbauer. Auch Franz Liszt versuchte es bald mit einem Bösendorfer Klavier. Liszt war dafür bekannt, dass er seinen Klavieren während eines Konzertes arg zusetzte. Er schaffte es regelmäßig, die Musikinstrumente bis zur Unbrauchbarkeit zu ramponieren. Die Klaviere von Bösendorfer waren allerdings derart robust und stabil gebaut, dass sie Liszts Spiel unbeschadet überstanden.

Klaviere aus der Werkstatt Bösendorfers wurden nach Deutschland, England, Italien, Russland, Brasilien und Ägypten exportiert. Ende 1850 erzeugte das Werk mehr als 3.000 Instrumente im Jahr.

Die Produktionsstätte der Firma Bösendorfer befand sich in der Lenaugasse 10. Nach dem Tod von Ignaz Bösendorfer übernahm der älteste Sohn Ludwig den Betrieb. In der Herrengasse 6-8 wurde der Bösendorfer Konzertsaal im November 1872 eröffnet. Bis zur Demolierung des Palais spielte der Saal in der Wiener Musikszene eine bedeutende Rolle. Das letzte Konzert fand am 2. Mai 1913 statt. Nachdem das Areal zwei Jahrzehnte unverbaut geblieben war, wurde 1933 das Hochhaus errichtet. ( https://www.karinkiradi.at/2023/07/18/ignaz-b%C3%B6sendorfer-1796-1859/ )