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Meine Motto-Läufe

Der Curt Herzstark Lauf

Curt Herzstark, der Erfinder des ersten Taschenrechners der Welt, starb heute vor 37 Jahren in Liechtenstein. Sein Geburtshaus befindet sich in der Kopernikusgasse 10 im 6. Bezirk, wo sich keine Gedenktafel befindet. Sein Vater gründete die Firma Rechenmaschinenwerk Austria, Herzstark & Co., die ihren Sitz ab 1912 in der Linken Wienzeile 274 hatte. Obwohl Curt Herzstark sehr musikalisch war, sah ihn sein Vater in der Firma. Schon als Volksschüler konnte er in der Firma seines Vaters „basteln“. Schon alls Achtjähriger führte er auf der Internationalen Büroausstellung 1910 in Wien die Rechenmaschine Austria Modell III vor.

1924 nach seinen Ausbildungen trat er in den elterlichen Betrieb in der Wienzeile ein und war unter anderem als Konstrukteur tätig. Sein Vater starb 1937 und Curt sollte die Geschäftsführung übernehmen. Da Curt aber nach den Nürnberger Rassengesetzen als „Halbjude“ galt, führte die Mutter die Firmal als Alleinerbin weiter, um diese vor der „Arisierung“ zu schützen. Berühmt wurde Curt durch die Erfindung des nach ihm benannten Curta, der kleinsten mechanischen Rechenmaschine der Welt, die von 1948 bis 1972 produziert wurde. 1943 wurden zwei seiner Arbeiter verhaftet, weil sie englische Sender gehört hatten und die Nachrichten vervielfältigt hatten. Curt Herzstark intervenierte deshalb bei der Gestapo und wurde deshalb selbst ins KZ Buchenwald deportiert.

Aufgrund seiner technischen Spezialkenntnisse kam er in das dem Lager angeschlossene Gustloff-Werk, wo er die Herstellung feinmechanischer Präzisionsteile für die Rüstungsmaschinerie beaufsichtigen musste. Curt Herzstark rettete vielen das Leben, indem er sie für die Fabrik als Arbeitskraft anforderte. Neben seiner Tätigkeit im Gustloff-Werk sollte er aber auch an der Umsetzung seiner Erfindung Curta arbeiten, damit man diese nach dem Ende des Krieges Adolf Hitler als Geschenk überreichen konnte. Curt Herzstark arbeitete daran aber so lang, dass er erst mit Ende des Krieges fertig wurde, was ihm vermutlich auch das Leben rettete. Im November 1945 floh er nach Wien, aus Angst, dass er aufgrund seiner fachlichen Expertise nach Russland deportiert werden könnte.

Nach Familienstreitigkeiten und der erfolglosen Suche nach Sponsoren für seine Erfindung zog Herzstark 1946 in Liechtenstein, wohin ihn Fürst Franz Joseph II. von Liechtenstein eingeladen hatte. Dort wurde für die Produktion der Curta die Firma Contina Bureaux und Rechenmaschinenfabrik in Mauren gegründet, Herzstark sollte Direktor werden. Im Herbst 1948 begann die Serienproduktion der Curta. 1965 wurde Contina an die Firma Hilti verkauft, die die Curta als einziges Produkt der Firma Contina weiter produzierte, bis sie 1972 von elektronischen Taschenrechnern eingeholt wurde.

Der Curt Herzstark Lauf

Der Adalbert Stifter Lauf

Nach dem 27 Kilometer vom Wolfgangsee erstmals wieder gelaufen zum 220. Geburtstag von Adalbert Stifter, dem Lieblingsschriftsteller meines ehemaligen Deutschlehrers. Adalbert Stifter Laufrunden könnte ich in Wien drei machen, hab mich diesmal aber nur auf ehemalige Wohnungen des Schriftstellers konzentriert. In der Brigittenau gäbe es noch eine Adalbert Stifter Straße und auf der Sofienalpe ein Denkmal. Eventuell dann beim nächsten Mal.

Nachdem Adalbert Stifter das Stiftsgymnasium Kremsmünster besuchte, begann er 1826 ein Studium der Rechte in Wien. Das Studium finanzierte er sich als Hauslehrer. Aufgrund einer unglücklichen Liebesbeziehung, die er mit Alkohol zu verdrängen versuchte, musste er sein Studium abbrechen. Da er immer öfters in finanziellen Schwierigkeiten steckte, musste er seinen Verleger um Vorschüsse bitten. Ab 1851 wurde er aber sogar Schulrat in Linz und später Hofrat. Diesen Posten erhielt er aufgrund seinen guten Beziehungen zu Metternich, da er seinen Sohn Richard drei Jahre als Hauslehrer unterrichtet hatte.

Nach seiner unglücklichen Liebe zu Fanny heiratete er die Putzmacherin Amalia Mohaupt. Über 30 Jahre waren die beiden verheiratet, die Kinderlosigkeit belastete das Paar aber schwer. Deshalb nahmen die Stifters Juliane, eine Nichte von Amalia als Ziehtochter auf. Die Ziehtochter riss aber mehrmals von zuhause aus. Als sie einmal mehrere Tage verschwunden war, fand man letztendlich ihre Leiche in der Donau. Ob Unfall oder Selbstmord blieb für immer ungeklärt. Der Verlust traf die Stifters schwer.

Gegen Ende der 1850er Jahre verschlechterte sich der Gesundheitszustand von Adalbert Stifter schwer. Er nutzte öfters Kuraufenthalte und konnte auch seinen Lehrberuf nicht mehr ausüben. Stifter galt auch als übermäßiger Esser und Trinker, was seiner Gesundheit auch schadete. Von einem Wiener Freund ließ er sich regelmäßig Lahners Frankfurter Würstel senden. Stifter hat für gewöhnlich täglich sechs Mahlzeiten gegessen und es kam nicht selten vor, dass sein zweites Frühstück bereits ein Schnitzel mit Erdäpfelsalat war. Aufgrund einer Leberzirrhose fügte er sich in einem Spital eine Schnittwunde zu, durch die er letztendlich verstorben ist.

Adalbert Stifter gilt als Meister der biedermeierlichen Naturdarstellungen. Stifter hat die ländliche Lebenswelt in seinen Werken als Idylle idealisiert. Seine erste Nacht in Wien verbrachte Stifter im Gasthof „Roter Hahn“ (3, Landstraße Hauptstraße 40), das seit 2007 leer steht. Das Haus war eines der ältesten Wirtshäuser im dritten Bezirk. Das Haus in der Landstraßer Hauptstraße soll saniert werden. Nach Angaben der Baupolizei wird im Hof des Gebäudes ein Einfamilienhaus errichtet. Für die Zufahrt der Baufahrzeuge musste bereits die Hauseinfahrt des Straßentraktes vergrößert werden. Ein Totalabriss des Hotels kommt für den Eigentümer Alexander Proschofsky nach wie vor nicht in Frage. „Wir planen eine gemischte Nutzung aus Wohnen, Apartments, Gewerbe und Geschäften, wie dies auch früher der Fall war“, erklärt er.

Seine letzte Wiener Wohnung, die er 1848 räumte, befand sich im vierten Stock der Seitenstettengasse 2. Dazwischen lebte er in Wien in 15 Wohnungen, wo er meist kurzweilig lebte, unter anderem zum Beispiel in der Beatrixgasse 4b. Die Sommermonate verbrachte er in Oberplan, Friedberg oder in Linz.

Der Adalbert Stifter Lauf:

Der Leonore Brecher Lauf

Bei meinem heutigen Morgenlauf war ich auf den Spuren der völlig vergessenen Forscherin Leonore Brecher, die heute ihren 139. Geburtstag gehabt hätte. Leonore Brecher wurde im rumänischen Botosani geboren. Da kurz nach ihrer Matura ihre Eltern starben, begann sie erst viele Jahre später mit dem Studium der Naturwissenschaften an der Universität Czernowitz.

Volksschule Kleine Sperlgasse 2A

Bald nach dem Wechsel nach Wien arbeitete Leonore Brecher ab 1915 am Vivarium mit. Das Vivarium war eines der fortschrittlichsten Forschungsstätten, die Österreich im 20. Jahrhundert hatte. Gegründet wurde das Vivarium von drei jüdischen Wissenschaftlern: dem jungen Zoologen Hans Przibram und den beiden Botanikern Wilhelm Figdor und Leopold von Portheim, die ihr Privatv in damals modernste Laborinfrastruktur steckten, um große Fragen der Biologie experimentell zu beantworten. Das Vivarium befand sich am Beginn der Prater Hauptallee und wurde 1945 zerstört. Der heute bekannteste Forscher des Vivariums war der Zoologe Paul Kammerer (der „Krötenküsser“), der an Amphibien die Erblichkeit erworbener Eigenschaften zu beweisen suchte. Im Vivarium konnten auch viele Frauen forschen und eine von diesen war Leonore Brecher. Ihre wahre Leidenschaft war die Forschung. Im Vivarium arbeitete sie zuerst als unbezahlte Assistentin Hans Przibrams an der Frage, ob und wie sich die Puppen von Kohlweißlingen, aber auch Ratten farblich an ihre Umwelt anpassen.

Irgendwann wurde Brecher von ihren Verwandten nicht mehr unterstützt und sie versuchte eine Anstellung an der Akademie der Wissenschaften zu bekommen, was ihr jedoch misslang. Leider konnte sie nur mit privaten Stiftungsgeldern weiter finanziert werden. Auch im Volksheim Ottakring hält sie mehrere Biologie-Kurse ab.

Rembrandtstraße 32

 

 

Ende 1923 beantragte sie die Habilitation an der Universität Wien und konnte zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als 20 Veröffentlichungen vorweisen. Sie ist eine der am fleißigsten publizierenden Biologinnen ihrer Zeit, davon kann sie aber nicht leben. Im Juni 1926 kam es dann endlich zur ersten Sitzung der Habilitationskommission, was eine Farce war. Ihr Mentor Hans Przibram setzt sich für Brecher ein, doch gegen die antisemitische Kommissionsmehrheit ist er chancenlos. Laut der Kommission sei Brecher „nicht geeignet, mit den Studenten zu verkehren“ und würde nicht die entsprechende Autorität haben.

Später wechselte sie nach Berlin und Kiel, doch mit der Machtübernahme der Nazis muss sie zurück nach Wien, wo sie wieder am Vivarium arbeitet. Nach dem Anschluss wird sie so wie weitere 15 Mitarbeiter aus rassistischen Gründen entlassen und erhält keinen Zutritt mehr zum Vivarium. Kurze Zeit später schaffte es Leonore Brecher nach Cardiff zu emigrieren. Der dortige Forschungsaufenthalt war aber unbezahlt und ihre Lage wurde immer verzweifelter.

In ihren letzten Lebensjahren unterrichtete sie an einer jüdischen Volks- und Mittelschule in der Kleinen Sperlgasse 2A eine Klasse körperbehinderter Kinder und bemühte sich verzweifelt um eine Arbeits- und Unterstützungsmöglichkeit im Ausland. Ihre letzte Wohnung befand sich in der Rembrandtstraße 32, wo es viele Sammelwohnungen gab. Von dort wird sie am 14. September 1942 ins Vernichtungslager aly Trostinec deportiert und dort vier Tage später ermordet.

Der Leonore Brecher Lauf:

Der Isolde Ahlgrimm Lauf

Frühmorgens um 6 Uhr, um diese Zeit ist es noch dunkel in Wien. Man merkt also, der Sommer ist nun endgültig vorbei. Diesmal ging es in den Seitenstraßen Wiens bis zur Strudlhofstiege, wo an mehreren Adressen (Bandgasse 19, Lammgasse 10 und Strudlhofstiege 17) die weltbekannte Cembalistin Isolde Ahlgrimm lebte.

Die Cembalistin Isolde Ahlgrimm ebnete schon ab Mitte der 1930er Jahre neue Zugänge zur Interpretation Alter Musik. Eine Sensation in den 1950er Jahren war es, wie sie die Musik von Johann Sebastian Bach interpretierte. So hatte seine Musik auf Platte zuvor noch nie geklungen. Mit Ende 30 verfügte Isolde Ahlgrimm nicht schon über viel Erfahrung, sondern auch über eine Vielzahl historischer Instrumente. Sie hatte kein Vorbild und auch keinen Lehrer. Die neue alte Art Cembalo zu spielen entdeckte Isolde Ahlgrimm für sich selbst.

Gemeinsam mit ihrem Ehemann Erich Fiala sammelte sie ab 1937 historische Instrumente und veranstaltete über zwei Jahrzehnte lang die „Concerte für Kenner und Liebhaber“. Johann Sebastian Bach war der zentrale Komponist in ihrer künstlerischen Arbeit. „Es gilt für den heutigen Musiker dasselbe wie für den damaligen. Er hat die Aufgabe, die Musik so zu verzieren, wie es damals der Komponist von ihm erwartet hätte, auch spontan, ohne Vorausplanung.“, so Isolde Ahlgrimm. ( https://www.deutschlandfunk.de/biographie-ueber-cembalistin-isolde-ahlgrimm-pionierin-der-100.html )

Der Isolde Ahlgrimm Lauf:

Der Brigitte Rollett Lauf

Nach mehr als einer Woche endlich wieder einmal eine Laufrunde an einem regnerischen und nassen Tag. Es war aber glücklicherweise nur leichter Regen, daher war’s zum Aushalten. Diesmal ging’s über den Gürtel nach Döbling rauf, wo in der Reimersgasse die Psychologin Brigitte Rollett wohnte, die heute 91 Jahre alt geworden wäre. Sie ist allerdings im Alter von 89 Jahren letztes Jahr im Februar verstorben.

Brigitte Rollett war bis ins hohe Alter als Eintwicklungspsychologin, Familienforscherin und Mitbegründerin der Österreichischen Gesellschaft für Psychologie an der Universität Wien tätig. In den 60er und 70er Jahren war sie oftmals die einzige Frau in der von männlichen Ordinarien beherrschten Universitätslandschaft. Als alleinerziehende Mutter von vier Kindern musste sie außerdem auch Familie und Beruf gut miteinander vereinbaren.

Bis Ende 2023 war die 2003 emeritierte Wissenschafterin in Forschungsprojekten und Tagungen aktiv. Geboren wurde sie in Graz und dort studierte sie auch Psychologie, Pädagogik und Philosophie. 1979 wurde sie Leiterin der Abteilung für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie am Institut für Psychologie der Uni Wien.

Rollett setzte sich über viele Jahrzehnte hinweg mit dem Thema Autismus und vor allem mit Bildung, Lernen und Motivation auseinander. Beispielsweise prägte sie den Begriff „Anstengungsvermeidung“. Gemeint ist damit ein aktives Einsetzen von Vermeidungsstrategien gegenüber Anforderungen, die die Umwelt an eine Person stellt. Aus ihrer Forschungsarbeit geht nicht nur der breit eingesetzte Anstrengungsvermeidungstest (AVT) hervor, sondern auch eine entsprechende Therapiemethode, mit der die Lernstörung behandelt werden kann. Rollett war auch Präsidentin der 1977 gegründeten Gesellschaft gegen Sekten und Kultgefahren. In diesem Zusammenhang warnte sie vor dem Gefährdungspotenzial etwa für junge Menschen. ( https://kurier.at/wissen/gesundheit/entwicklungspsychologie-brigitte-rollett-sekten-sektengefahren-autismus-anstrengungsvermeidung/402774304 )

Der Brigitte Rollett Lauf:

Der Turhan Bey Lauf

Nach einem chaotischen Morgen und Schulterschmerzen seit einer Woche war doch noch ein Lauf notwendig, und zwar über Schönbrunn in die Kupelwiesergasse, wo der spätere Hollywood Schauspieler Turhan Bey seine Kindheit verbrachte. In welchem Haus, das konnte ich leider nicht herausfinden.

Turhan Bey starb heute vor 13 Jahren im Alter von 90 Jahren in seiner Villa in der Paradisgasse in Wien Döbling. Geboren ist er in einem großen Haus in der Hietzinger Kupelwiesergasse als Sohn eines türkischen Diplomaten. Seine Mutter war Jüdin aus der damaligen Tschechoslowakei. Mit dem Einmarsch der Nazis wusste seine Mutter bald, als sie die jubelnden Menschenmassen am Heldenplatz sah, dass sie mit ihrem Sohn bald das Land verlassen musste. Sie emigrierten über die Schweiz und Paris in die USA.

Zuerst zogen Mutter und Sohn nach Princeton zu einem Onkel, der für Turhan Bey eine mathematische Karriere im Auge hatte. Turhan hatte dazu aber nicht die geringste Lust und so lockte er seine Mutter mit der Aussicht auf ein milderes Klima ins sonnige Kalifornien, wo sie ein Haus in Beverly Hills mieteten.

Bei einer Schüleraufführung der Drama School von Ben Bard wird er von Talentsuchern der Warner Brothers entdeckt und sofort engagiert. Der Film heißt „Footsteps in the dark“, sein Partner Errol Flynn: Turhan Beys Filmkarriere hat begonnen. Seine Karriere ging so weiter wie sie begonnen hatte. Universal hatte ihn mittlerweile unter Vertrag und seine Partner waren Berühmtheiten wie Boris Karloff, Peter Lorre, Brenda Marshall, Kathrine Hepburn, Walter Houston, Maria Montez, Joan Hall oder Merle Oberon.

Am Ende des Krieges wurde er zum Militärdienst einberufen. Nach 18 Monaten beim Militär hatte sich einiges verändert. Die Universal Studios waren verkauft und als Turhan Bey eine Rolle abgelehnt hatte, wurde sein Vertrag an die Eagle-Lion Studios weiterverkauft, wo er noch einige Filme drehte, bis er plötzlich beschliesst, seine Karriere abzubrechen und nach 10 Jahren wieder mit seiner Familie nach Österreich zurückzukehren.

In Wien hatte sich einiges verändert. Das Haus, in dem er aufgewachsen war, war „arisiert“ worden und die neuen Besitzer dachten nicht daran, es seinen Besitzern zurückzugeben. Es dauert einige Zeit, bis die Familie Bey wieder über das verfügen kann, was ihnen gehört. Der Hauptwohnsitz von Turhan Bey bleibt von nun an Wien, obwohl er noch für einige Filmrollen in die USA zurückkehrte. Er erwirbt einige Kinos und geht seiner Leidenschaft, dem Fotografieren, nach. Landschaften und schöne Frauen sind seine Lieblingssujets.

Er hat mit allen Stars seiner Zeit gearbeitet und war ein außerordentlich begabter Erzähler mit Selbstironie und feinem Humor. Seine Geschichten über Tee bei Einstein, rauschende Hollywoodparties oder schöne Frauen wie Lana Turner oder Kathrine Hepburn sind unterhaltsam.

Wieder Loszulassen scheint für ihn eine Selbstverständlichkeit gewesen zu sein. Sein Leben spielt sich in seinem Haus in der Döblinger Paradisgasse ab. Um es nicht verlassen zu müssen, lud er jeden Samstag eine kleine Runde von alten Freunden zum Mittagessen ein. Seine Wohnung und sein Auto in Beverly Hills warteten auf ihn vergeblich. Bei einem seiner Besuche in seiner Wohnung in Beverly Hills lag eine Einladung zur Hochzeit von Liza Minelli auf dem Tisch. Doch er zog Spaziergänge mit seinem Hund und die Arbeit in seinem Fotoatelier vor. ( https://www.andrea-eckert.com/d_turhanbey.html )


Der Turhan Bey Lauf:

Der Hansi Scherz Lauf

Am 21. Todestag von Johann „Hansi“ Scherz, einem österreichischem Karambolagespieler und Weltmeister, ging’s auf meiner heutigen Laufrunde nach Ottakring. Der Hans’l war ein echtes Wiener Kind aus Ottakring. Sein Vater galt als „Kraftlackl“ und bog im Variete die Eisenstangen des „stärksten Mannes der Welt“ wieder gerade. Er war es auch, der dem Hans’l eine Portion Künstlerblut mit auf den Weg gab. So wurde er zu einem der beliebtesten Showmenschen im Billardzirkus.

Im Jänner 1952 wurde er Mitglied bei der BSK Union in der Hackengasse, bei der er bis zu seinem Tod am 23.9.2004 Mitglied blieb. Seine Frau Gerti unterstützte die Karriere ihres Mannes durch ihre Toleranz und ihr Engagement.

Johann Scherz zählte fast drei Jahrzehnte lang zu den besten Karambolagespielern der Welt. Er gewann insgesamt 92 nationale Titel, zwei Europameistertitel und einen Weltmeistertitel. Schon sehr früh gewann der Hans’l Scherz im Café Ritter ein Dreiband-Vorgabeturnier. In der Saison 1958/59 spielte Scherz als erster Spieler der Welt alle Dreibandpartien eines Turniers über 1,00. Überraschend war auch die Saison 1960/61, wo Hans bei der ÖM-Dreiband mit bestem GD Letzter wurde. Seine Gegenspieler Engl, Reichert und Weingartner einigen sich aber darauf, Scherz als österreichischen Vertreter zur EM nach Triest zu entsenden, wo er Europameister wurde. Den spektakulärsten Titel errang Hans 1968 bei der WM in Huelva, wo er im Finale gegen Galvez trotz dessen Heimvorteil (das Finale fand in Galvez‘ eigenem Lokal statt) Weltmeister wurde. ( https://www.bskunion.at/ )

Der Hansi Scherz Lauf:

Der Georg Simon Ohm Lauf

Vor 141 Jahren wurde auf dem Ersten Internationalen Elektrizitätskongress der elektrische Widerstand Ohm als Maßeinheit festgelegt. Dadurch ehrte man den deutschen Physiker Georg Simon Ohm und seine Arbeit. Da es in Floridsdorf tatsächlich eine Ohmgasse gibt, ging es in der Früh vor 6 Uhr über die Donau. Beim Sonnenaufgang bin ich gerade über die Donau gelaufen. Wunderschön. Die Ohmgasse selbst ist jetzt nicht besonders. Dort gibt’s eigentlich nur Gemeindebauten. Wollte dann mit dem 26er zurück zur U6 fahren, entschied mich aufgrund der langen Sonntagsintervalle noch für zusätzliche 2 Kilometer bis zum Spitz.

Schon als 16jähriger begann Georg Simon Ohm ein Studium der Mathematik, Physik und Philosophie in Erlangen. Er musste jedoch wegen finanzieller Schwierigkeiten das Studium nach einem Jahr abbrechen und ging als Mathematiklehrer an eine Privatschule in die Schweiz. Nach seiner Rückkehr promovierte er und sein Hauptinteresse galt der noch unerforschten Elektrizität. Seine Arbeiten zur Elektrizität waren anfangs umstritten und wenig anerkannt. Auch das Ohmsche Gesetz blieb zu seiner Zeit unbeachtet.

Der Georg Simon Ohm Lauf:

Der Franz Xaver Süßmayr Lauf

Heute morgen war ich auf dem Weg in die Innere Stadt auf den Spuren des Komponisten Franz Xaver Süßmayr, der in der Singerstraße 8 und auf der Seilerstätte 17 wohnte. Bekannt ist er vor allem durch die Vervollständigung des Requiems KV 626 von Wolfgang Amadeus Mozart nach dessen Tod.

Als er nach seiner Schulzeit in Kremsmünster nach Wien gekommen ist, lernte er Wolfgang Amadeus Mozart kennen. Nicht umsonst ist die Singerstraße 8 gegenüber vom Deutschordenhaus, wo Mozart wohnte. Süßmayr war Schüler von Antonio Salieri und laut Constanze Mozarts ab 1790/91 auch Schüler Mozarts.

Gerüchte gibt es bis heute, dass Franz Xaver Wolfgang Mozart (1791–1844) der Sohn Süßmayrs sei, der ebenfalls Franz Xaver hieß. Wäre Süßmayr der Sohn von Franz Xaver, dann müsste die Zeugung in Baden stattgefunden haben, wohin Constanze regelmäßig zur Kur fuhr und von Süßmayr begleitet wurde mit Mozarts ausdrücklicher Zustimmung, um „auf Constanze aufzupassen.

Der Sohn wurde am 26. Juli 1791 geboren. Falls Mozart selbst der leibliche Vater war, wäre der Sohn 17 Tage zu früh geboren: Denn Mozart war im Oktober 1790 auf Reisen und kehrte erst am 10. November wieder zurück. Der Name Franz Xaver erscheint aber nur im Taufregister und Mozarts letztes Kind wurde von seinen Eltern von Geburt an immer Wolfgang (oder „Wowi“) genannt.

Der Franz Xaver Süßmayr Lauf:

Der Fritz Stüber-Gunther Lauf

Heute mal ein kurzer Mittagslauf zwischendurch nach Meidling und zurück auf den Spuren des österreichischen Schriftstellers Fritz Stüber-Gunther, der in der Arndtgasse 82 geboren wurde. Stüber-Gunther wurde Finanzbeamter und brachte es bis zum Rechnungshofpräsident. Nebenbei widmete er sich seiner schriftstellerischen Tätigkeit. Er gehörte zu diesen Volksschriftstellern, die eine ausgesprochene Wiener Tradition darstellen und das Leben des Durchschnittswieners schildern.

Mit Ironie und Sarkasmus erzählte er das Leben in und rund um Wien. Die Geschichten sind meist heiter, aber mit einer gewissen Sozialkritik. Diese Wiener Skizzen sind meistens im Neuen Wiener Tagesblatts und der „Volkszeitung“ herausgegeben.

 

Im Alter von 50 Jahren ist er nach einem Schlaganfall in seiner Wohnng in der Wallgasse 28 gestorben, wo es eigentlich auch eine Gedenktafel geben sollte, ich hab aber leider keine gefunden.
Seine wichtigsten Werke sind beispielsweise „Auf dem Küniglberg“, „Der Stellwagen“ oder Romane wie der Rappelkopf, in dem er das Leben Ferdinand Raimunds behandelte.

 

 

 

Der Fritz Stüber-Gunther Lauf: