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Der Isa Jechl Lauf

Flotter Lauf am Ostermontag. Etwas kurios, da ich mich aufgrund der Osterfeiertage etwas schwer gefühlt habe. Es ging zum Atelier der Malerin Isa Jechl in die Sechsschimmelgasse 14, wo es auch heute noch eine Galerie gibt. Die hat aber scheinbar nichts mit Isa Jeichl zu tun. Isa Jechl hätte heute ihren 153. Geburtstag gehabt.

 

Atelier in der Sechsschimmelgasse

Isa Jechl besuchte die „Allgemeine Zeichenschule für Frauen und Mädchen„, wo Franz Pönninger ihr Lehrer war. Anfangs malte sie Stadtansichten und „Wiener Typen“, die sie in ihr Atelier in die Sechsschimmelgasse 14 bat. Ihr Vorhaben, die Gespräche, die sie mit ihnen während des Malens geführt hatte, zu veröffentlichen, setzte sie leider nie um. Da sie anfangs nicht von der Malerei leben konnte, arbeitete sie nebenbei als Zeichenlehrerin.

Fürstin Hanna Liechtenstein entdeckte die Künstlerin und wurde zu ihrer wichtigsten Förderin. Wenn man Berichten von damals Glauben schenkt, war es in zahlungskräftigen Familien bald modern, seine Kinder von Isa Jechl portraitieren zu lassen.

Isa Jechl blieb unverheiratet. 1938 zog sie zu ihrem Bruder in die Nähe des Nussbergs und malte von da an bevorzugt Landschaftsaquarelle in der unmittelbaren Umgebung. Im 22. Bezirk gibt es auch eine Isa Jechl Weg.

 

 

Der Isa Jechl Lauf:

Der Ferdinand Maierhofer Lauf

Ein lockerer Lauf mit einigen Höhenmetern nach Grinzing. Erstmals über den Grinzinger Steig, das war ein knackiger Anstieg. Am Schreiberweg 65 wohnte jedenfalls der Kammerschauspieler Ferdinand Maierhofer. Zuerst hatte er eine Ausbildung zum Buchbinder erhalten, doch schon mit 17 Jahren kam er erstmals zur Bühne. Zuerst kam er zum Ensemble der Josefstadt, danach zum Carlstheater und später aufs Burgtheater, wo er bis 1960 als Charakterkomiker wirkte.

Große Erfolge erzielte der Volksschauspieler hauptsächlich in Nestroy- und Shakespeare-Rollen. So war er beispielsweise der Zettel in „Ein Sommernachtstraum“, der Habakuk in „Der Alpenkönig und der Menschenfeind“, der Knieriem in „Der böse Geist Lumpazivagabundu“s und der Dorfrichter Adam in „Der zerbrochne Krug“. Einer der ersten Filmrollen erhielt Maierhofer noch zu Stummfilmzeiten in dem 1924 entstandenen Streifen „Die Stadt ohne Juden“ (nach Hugo Bettauers Bestseller-Roman von Hans Karl Breslauer verfilmt) an der Seite von Hans Moser.

Der Ferdinand Maierhofer Lauf:

Der Konrad Adolf Hartleben Lauf

6:30 Uhr ist die perfekte Zeit am Wochenende mit einem Lauf zu beginnen. Temperaturen waren sehr fein, morgen kannst wegen dem VCM eh nur mehr zuschauen, und selbst nicht mehr laufen. Heute war’s etwas langsamer, vor allem in der ersten Hälfte. Es ging über die Schmelz, Ottakring nach Brigittenau auf den Spuren des A. Hartleben’s Verlag.

Bereits im Alter von 21 Jahren bat Konrad Adolf Hartleben den Pester Stadtrat, um das Recht, Buchhändler zu werden, weil er erkannt hatte, dass es dort nicht genügend Buchhändler gebe und es an guten ausländischen Büchern mangele. 1844 verlegte er den Hauptsitz des Verlags allerdings nach Wien.

A. Hartleben’s Verlag erlangte um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert Popularität durch seine Übersetzungen Jules Vernes, Alexandre Dumas und Erzählungen von Peter Rosegger. Die Belletristik und Reisebeschreibungen wurde jedoch reduziert. Der Verlag wurde 1802 von Konrad Adolf Hartleben gegründet und der Firmengründer leitete diesen bis 1863.

Adolf Hartleben, der Großneffe des Gründers, erbte den Verlag und führte diesen weiter bis 1869. Adolf Hartleben engagiert als Branchenneuling 1864 den jungen Eugen Marx aus Leipzig, den er während seiner Ausbildung zum Buchhändler kennengelernt hatte.

Zwischen 1869 und 1918 leitete dann Eugen Mark den Verlag. Der Standort befand sich damals in der Walfischgasse 1/Ecke Kärntner Straße. In den Jahren des Ersten Weltkriegs herrschte großer Mangel an männlichen Arbeitskräften, so dass sämtliche Aufgaben des Geschäftsbetriebs von den Senioren und Frauen übernommen werden mussten und die Produktion bald völlig unterblieb.

Von 1918 bis 1947 übernahm Richard Marx den Verlag von seinem Vater. Im Jahre 1932 übernimmt die Firma A. Hartleben alle Geschäftsanteile der „Wilhelm Frick Ges. m.b.H.“ und zieht von der Singerstraße 12 in die ehemaligen Räumlichkeiten der Firma Frick nach Wien, Graben 27.

1947 wird die Einzelfirma A. Hartleben wird in die A. Hartleben offene Handelsgesellschaft umgewandelt. 1950 treten Walter Rob sowie Hilde Marx, Tochter des Richard Marx, ein, welche 1952 die Gesellschaft wieder verlässt. Richard Marx sollte noch bis 1959 im Unternehmen tätig sein, als er noch vor seiner Pensionierung unerwartet stirbt.

Im Jahr 2000 übernahm Marion Unger-Rob, die Tochter von Walter Rob, die Gesamtleitung des Unternehmens. 2007 endet die Einflussnahme der Familie Rob in der Hütteldorfer Straße 114.
Das Ladengeschäft der Buchhandlung in der Hütteldorfer Straße in Penzing wurde noch bis zum Juni 2009 vom neuen Inhaber Markus Duran mit Gründung der HERA A. Hartleben GmbH weitergeführt und dann geschlossen. Der Filialname existiert seitdem weiter als HERA A. Hartleben GmbH in der Othmargasse 25 in 1200 Wien.

 

 

 

Der Konrad Adolf Hartleben Lauf:

Der Franz Aspelmayr Lauf

Viel ist nicht über den österreichischen Komponisten Franz Aspelmayr bekannt, der in der Wollzeile 34 lebte und dort auch gestorben ist. Trotzdem eine lockere Laufrunde mit meinen neuen Laufschuhen, die ich gestern beim Blutsch erworben habe.

Aspelmayr ist vor allem als Theaterkomponist und hier vor allem als Schöpfer von abendfüllenden Ballett-Musiken in die Geschichte eingegangen. Er war auch einer der wichtigsten Komponisten für den französischen Tänzer und Choreografen Jean-Georges Noverre in dessen Wiener Zeit.

Von historischer Bedeutung ist auch Aspelmayrs Vertonung von Rousseaus Monodram Pygmalion, die erste im deutschsprachigen Raum. Man weiß leider nicht sehr viel über das Leben und Werk von Franz Aspelmayr. Zumindest hat Joseph Haydn einige der Trios und Quartette Aspelmayrs gekannt, in denen sich der Übergang vom Barock zum modernen drei- und vierstimmigen, stilistisch von italienischen Vorbildern inspirierten Divertimento-Stil spiegelt. Damit steht Aspelmayr im Vorzimmer der Wiener Klassik – vor allem der neuen Gattung des Streichquartetts.

Der Franz Aspelmayr Lauf:

Der Otto Friedländer Lauf

Etwas regnerisch, dann wieder sonnig, aber dennoch optimale Lauftemperaturen heute morgen. Am Rathausplatz wird schon alles für den Vienna City Marathon am kommenden Sonntag aufgebaut. Sogar jetzt schon findet man Umleitungen, was doch etwas früh ist.

Der Schriftsteller und Pazifist Otto Friedländer wäre heute 136 Jahre alt geworden. Er entstammte dem jüdischen Großbürgertum und wuchs in der Wipplingerstraße 33 auf. Später konvertierten seine Eltern aber zum katholischen Glauben. Otto Friedländer besuchte das Schottengymnasium.

Wohnhaus Otto Friedländer

 

An der Wiener Universität schrieb er sich sodann zum Studium der Rechtswissenschaften, der Nationalökonomie und der Kunstgeschichte ein. Auslandsaufenthalte in Grenoble und Oxford komplettierten seine akademische Ausbildung, zu der auch exzellente Fremdsprachenkenntnisse gehörten. Nach dem ersten Weltkrieg trat er in die Wiener Handelskammer ein. Dort wurde er zu einem Experten für Handel- und Zollfragen und avancierte bald zum leitenden Sekretär. Otto Friedländer verkehrte, fachlich respektiert und angesehen, in höchsten Kreisen mit Politikern, Wirtschaftstreibenden und Verwaltungsbeamten. Bis zum Frühjahr 1938.

Die Machtergreifung der Nationalsozialisten änderte auch sein Leben. Friedländer galt als überzeugter Österreicher, der den „Anschluss“ entschieden ablehnte, was dazu führte, dass er in den vorzeitigen Ruhestand versetzt wurde. Ihm wurde auch die Hälfte seiner Pension entzogen.

 

Über die Zeit des Nationalsozialismus schrieb er folgendes: „Ich habe die schweren sieben Jahre mit Geschick und Glück verhältnismässig gut hinter mich gebracht und hatte weder mit Gestapo noch mit KZ zu tun. Es ist mir sogar gelungen, meinen alten Vater vor der Verschickung nach Theresienstadt zu bewahren. Dass wir natürlich viele Aufregungen mitzumachen hatten, ist selbstverständlich. Bis zum Jahre 1943 habe ich mich mit eigenen Arbeiten und Studien befasst, von da an war ich dienstverpflichtet und habe mich absichtlich auf den bescheidensten Posten herumgetrieben, da nicht aufzufallen eine der wichtigsten Weisheitsregeln in diesen schweren Zeiten war.“

Später wurde er zum Schriftsteller und lebte in einer geräumigen Wohnung in der Dreihufeisengasse in Wien Mariahilf (heute Lehargasse) und arbeitete an seinem Buch „Letzter Glanz der Märchenstadt“.

Der Otto Friedländer Lauf

Der Marie Rosenthal-Hatschek Lauf

Wohnhaus der Familie Rosenthal-Hatschek

Nach dem Mittagessen ein kurzer Lauf (länger wäre nicht gegangen) ist nicht unbedingt optimal, gut tut’s aber schon. Diesmal ging’s in die Josefstadt zum Wohnhaus der Malerin Marie Rosenthal-Hatschek in die Lange Gasse 8. Marie Rosenthal wuchs in Lemberg in einer bürgerlichen Familie jüdischen Glaubens auf. Als Marie 6 Jahre alt war, zog die Familie nach Wien, um die musikalische Karriere des Pianisten Moriz Rosenthal zu fördern. 1898 heiratete Marie in Baden bei Wien den Zoologen Berthold Hatschek. 1901 kaufte Berthold Hatschek das Haus in der Lange Gasse 8 in der Josefstadt, wo die Familie seitdem lebte und Marie Rosenthal-Hatschek auch ein Atelier hatte.

Marie Rosenthal-Hatschek war zu ihrer Zeit eine anerkannte Porträtmalerin. Sie porträtierte ihre Familie, Wissenschaftler, Künstler, Persönlichkeiten der gehobenen Gesellschaft und häufig auch Kinder.

Nach dem „Anschluss“ Österreichs wurde im November 1938 die Mitgliedschaft von Marie Rosenthal-Hatschek im Künstlerhaus Wien gestrichen, da sie die „Ariererklärung“ nicht eingesandt hatte. Ihre erwachsenen Töchter flogen wenig später mit ihren Familien in die USA bzw. nach England. Zwischen 1938 und 1941 wurde das gesamte Grundvermögen der Familie „arisiert“. Im November 1940 mussten Marie Rosenthal-Hatschek und ihr Ehemann ihr Haus in der Josefstadt verlassen. Berthold Hatschek verstarb zwei Monate später. Marie Rosenthal-Hatschek emigrierte 1941 zu ihrer Schwester nach Belgrad, bevor dort die deutschen Truppen einmarschierten. Beide Frauen wurden am 11. August 1942 in der Umgebung des Konzentrationslagers Banjica ermordet. Der Teil ihrer Bilder, den Marie Rosenthal-Hatschek nach Belgrad mitgenommen hatte, wurde zusammen mit anderem Gepäck von Nationalsozialisten beschlagnahmt, ihr Verbleib ist ungeklärt. Leider gibt es auf der Fassade des Hauses in der Lange Gasse 8 keine Gedenktafeln über die Familie, auch Stolpersteine vor dem Haus waren nicht zu finden.

Der Marie Rosenthal-Hatschek Lauf:

Der Alice Gurschner Lauf

Etwas schnelleres Morgenläufchen, dafür etwas kürzer. Nach 30 Minuten war’s erledigt. Diesmal auf den Spuren der Schriftstellerin Alice Gurschner durch Wien Neubau und die Gumpendorfer Straße zurück.

Wohnhaus von Alice Gurschner

Alice Pollak wurde als einziges Kind des jüdischen Bankgeschäfts-Inhabers Ludwig Pollak und seiner Frau Emma in Wien geboren. Ihre Mutter war die Cousine von Adele Strauß, der dritten Gattin von Johann Strauß. In ihren unveröffentlichten autobiographischen Schriften erwähnt Alice zwar ihre glückliche Kindheit. Die fürsorgliche Erziehung bedeutete jedoch auch, dass sie sich „unselbstständig und unbeholfen“ fühlte. Vor Gästen aus dem Wiener Kultur- und Gesellschaftsleben präsentierte sie oft ihre selbstverfassten Dramen auf der hauseigenen Bühne im Haus ihres Vaters am Opernring 23, wo die Familie Pollak ein kleines Kaffeehaus betrieb. Zu den prominenten Besuchern des „Kaffeehauses Pollak“ zählten viele bekannten Persönlichkeiten: Johann Strauß, Karl Kraus, Felix Dörmann und auch Olga Wisinger-Florian. Von einem Kaffeehaus sieht man dort heute nichts mehr.

Ehem. Kaffeehaus Pollak

 

In den 1890er Jahren begann Alice Pollak Gedichte und Romane zu veröffentlichen: Die beiden Werke „Gernrode“ und „Asolanen“ erschienen schon unter ihrem Pseudonym Paul Althof. Alice Pollak heiratete 1897 den 24-jährigen Tiroler Bildhauer Gustav Gurschner und konvertierte nach dem Tod ihres Vaters zum katholischen Glauben.

Alice Gurschner und ihr Mann Gustav gehörten durchaus zu den Begeisterten des Ersten Weltkriegs zählten, was ein Gedicht an den Kaiser zeigt, in dem Paul Althof die Helden, die für „Österreich’s Ehr‘ und Habsburgs Krone sterben“, huldigt.

Für eine Wohltätigkeitsaktion zu Gunsten von Kriegsopfern stellte Alice zudem Plaketten aus der Werkstatt ihres Mannes zur Verfügung. Nach dem ersten Weltkrieg lernte sie Paula Grogger und Karl Heinrich Waggerl kennen, die dem nationalsozialistischen Regime zugeneigt waren. Ihr 1938 erschienenes Buch „Drei Häuser“ wurde allerdings als artfremde Literatur gebrandmarkt.

 

 

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich ersuchten Bekannte den „Führer“ um die „Arisierung“ von Alice Gurschner. Dieser Vorstoß wurde jedoch mit einem Berufsverbot für ihren Mann Gustav beantwortet. Seiner „arischen“ Abkunft sowie den Überweisungen eines hohen Jahresbeitrags an den Ältestenrat der Juden in Wien verdankte sie, dass sie von einer Deportation in
ein Vernichtungslager verschont blieb. Nach jahrelangem Hausarrest starb sie am 26. März 1944 in ihrem Haus in der Lindengasse 7.

Der Rudi Hiden Lauf

Bei meinem gestrigen Lauf war ich auf den Spuren des Grazer Tormannwunders im österreichischen Wunderteam, Rudi Hiden, unterwegs. Aus dem dritten Bezirk bin ich dann aber nicht mehr zurückgelaufen, da ich von einer Firmenveranstaltung am Vorabend etwas übermüdet war.
Rudi Hiden wuchs in Graz auf und wurde als 13jähriger vom „Talentescout“ des GAK, Hans Rosner, im Grazer Augarten entdeckt. Nur durch Zufall mutierte er zum Torhüter, als der großgewachsene Offensivspieler aufgrund der Verletzung der Nummer 1 im Städteduell gegen Sturm Graz zwischen die Pfosten wechseln musste und dort sein Talent zeigte. Nach den ersten Erfolgen in Graz interessierten sich bald auch die Wiener Großvereine für das Jahrhunderttalent. Eine Ablösesumme von 500 Schilling und die Unterschrift seiner Mutter Luise unter den Vertrag, den der noch minderjährige Rudi nicht selbst unterfertigen durfte, besiegelten daher bereits 1927 seinen Wechsel aus der Steiermark zum WAC.
Im krisengebeutelten Österreich der 1920er Jahre, insbesondere in Wien, zählte Fußball zu den beliebtesten und massentauglichsten Ablenkungen von den oft drückenden Alltagssorgen. Bei seinem Debüt im WAC-Trikot kassierte Rudi Hiden allerdings einen vermeidbaren Treffer. Sein Teamkollege Karl Sesta, der später als „der Blade im Wunderteam“ bezeichnet wurde, rief ihm folgendes zu: „So a Türl kann a nur a Steirer kriegen!“  Vielleicht war das die Geburtsstunde des „Steirertors“.
Mit erst 19 Jahren debütierte der als „Praterlöwe“ Gefeierte am 6. Mai 1928 beim 3:0-Sieg gegen Jugoslawien im Gehäuse der österreichischen Nationalelf, das er bis 1933 insgesamt 20 Mal hüten sollte. So auch beim historischen 5:0 über das auf dem Kontinent bislang ungeschlagene Schottland am 16. Mai 1931, das als Geburtsstunde des sogenannten Wunderteams in die Geschichtsbücher einging.
1933 gelang dann der Sprung ins Ausland zu Racing Paris und die Wiener Medien jammerten: „Wiens Fußballvolk hat seine Flagge auf Halbmast gesetzt. Rudi Hiden, Tormann des Wunderteams, Bäckermeister, Cafetier, fescher und lieber Kerl in einer Person, wird uns untreu, geht nach Paris.“
Ehem. Bäckerei von Rudi Hiden

Auch abseits des Platzes sorgte Rudi Hiden für Aufmerksamkeit. Er war eine stilprägende Modeikone mit seinem schwarzem Pullover mit dem markanten weißen Rollkragen. Rudi Hiden kostete seinen sportlichen und in weiterer Folge auch finanziellen Erfolg auf allen Ebenen und in vollen Zügen aus. 1932 eröffnete er im 3. Bezirk in der Landstraßer Hauptstraße 93 eine eigene Bäckerei, in der er unter anderem die „Hiden Wuchtel“ – ein Gebäck mit Nussfüllung in Fußballform – und Länderspielkarten verkaufte. Heute befindet sich an diesem Standort ein Geschäft für Zirbenbetten, leider erinnert nichts an die „Hiden Wuchtel“.

In der Rochuskirche ging er seine erste Ehe ein, die aber unter keinem guten Stern stand. Zwischenzeitlich war er auch Elferkiller im Zirkus Renz. Früher verdienten sich öfters Spieler im Zirkus einen guten Nebenverdienst, wie auch Karl Sesta als Ringer bewies.
Rudi Hiden’s Wohnung

Mit seinen Unternehmungen erlitt er aber leider des öfteren eine Bauchlandung. Seine Bar in Paris ging pleite, auch mit seiner „Sport-Pension Rudi Hiden“ im heutigen Klagenfurter Stadtteil Hörtendorf am Wörthersee Anfang der 1960er Jahre hatte er keinen Erfolg. Bald ging dem Frauenliebling das Geld aus. Mondäner Lebensstil, die Vorliebe für teure Autos, Mode und Affären sowie offenkundig mangelndes wirtschaftliches Talent ließen ihn in den späten 1960er Jahren endgültig verarmen.

Alte Weggefährten aus WAC-Zeiten verschafften ihm in der Wittelsbachstraße 3 eine Wohnung und griffen ihm finanziell unter die Arme. 1973 verstarb er dann in seiner Wohnung in der Wiener Justgasse praktisch mittellos.
Sein Nachruf in der Süddeutschen Zeitung drückte sein Leben sehr gut aus: „Er war ein lustiger Geselle. Er spielte, verdiente, gab Geld aus, war der Meinung, nie alt zu werden, hatte keine Vorsorge fürs Alter getroffen, geriet nach dem Zweiten Weltkrieg in Not. Freunde halfen ihm. Die Fußballwelt ist um eine legendäre Figur ärmer geworden.“  ( https://www.hlk.steiermark.at/…/bei…/12951647/153524465/ )
Der Rudi Hiden Lauf:

Der Jeannie Ebner Lauf

Frisch war es heute in den frühen Morgenstunden beim Laufen, aber an Sonntagen kein Verkehr und kaum Stopps an den Ampeln.

Die Schriftstellerin Jeannie Ebner hat heute ihren 21. Todestag. Geboren wurde sie im November 1918 in Sydney, da ihr Vater mit 17 Jahren nach Australien ausgewandert ist. Er war dort als Kaufmann tätig und hat sich ein Vermögen aufgebaut. Als Jeannie Ebner zwei Jahre alt war, kehrte die Familie zurück nach Österreich und Jeannie wuchs in Wiener Neustadt auf.

Wohnhaus von Jeannie Ebner

Jeannie Ebner schrieb ihr erstes Gedicht nach eigener Erinnerung mit zwölf Jahren. Weil ihr Vater gestorben war und aufgrund der Wirtschaftslage verarmte die Familie und Jeannie Ebner musste das Gymnasium verlassen, weil die Mutter das Schulgeld nicht mehr aufbringen konnte. Außerdem verloren sie auch ihr Wohnhaus. Jeannie Ebner besuchte die Handelsschule und begann eine Lehre in der familieneigenen Spedition. Später übernahm sie die Spedition und studierte nebenbei Bildhauerei an der Kunstakademie.

1945 wurden das Wohnhaus und die Geschäftsräume durch Bombenangriffe zerstört. Ebner zog mit ihrer Mutter auf einem Pferdewagen nach Tirol, wo sie ein Jahr gemeinsam in einer Berghütte am Kitzbüheler Horn lebten. 1946 kam Ebner nach Wien zurück und lebte von Englisch-Nachhilfe und Schleichhandel.

Jeannie Ebner begann kleinere Texte verschiedenen Zeitschriften anzubieten. Ebner setzte sich jahrelang in verschiedensten Gremien für die soziale Absicherung von Schriftstellerinnen und Schriftstellern ein. Sie war Gründungsmitglied und von 1983 bis 1988 Vizepräsidentin der IG Autorinnen und Autoren. Sie kümmerte sich um das finanzielle Überleben von Schriftstellerinnen und Schriftstellern in Not.

Einen Jeannie-Ebner-Weg in Floridsdorf gibt es auch noch, ich bin aber heute nur zu zwei ihrer Wohnungen in die Liechtensteinstraße 20 und die Reisnerstraße 7 gelaufen.

 

 

 

Der Jeannie Ebner Lauf:

Der Hans Hammerschmid Lauf

Überraschend sonnig war es heute morgen bei angenehmen Temperaturen.

Hans Hammerschmid hätte heute seinen 95. Geburtstag gehabt, starb aber im Dezember 2024 in Gräfeling bei München. Hans Hammerschmid kennt vermutlich niemand, aber seine komponierten Stücke und seine Filmmusik dürfte doch bekannt sein.

Hans Hammerschmid ist in Wien geboren. Leider konnte ich nach umfangreichen Recherchen nichts über seine Kindheit und wo in Wien er aufgewachsen ist, herausfinden. Vermutlich, weil er bereits mit 17 Jahren Wien verließ und nicht mehr zurückkam. Hans Hammerschmid studierte an der Musikakademie Wien Klavier, Komposition und Dirigieren. 1947 wurde Hammerschmid in seiner Heimatstadt mit dem Mozart-Preis ausgezeichnet. Der Mozart-Preis führte in mit 17 Jahren nach Hollywood, wo er 1952 seine erste Filmmusik komponierte.

Als Jazzpianist arbeitete er mit großen Namen wie Stan Getz, Dusko Goykovich, Zoot Sims und Helen Merrill zusammen. Beim elften Grand Prix Eurovision de la Chanson 1966 stand er hinter dem Dirigentenpult, als Udo Jürgens das Siegerlied „Merci, Chérie“ sang.

Im selben Jahr lernte er Hildegard Knef kennen. Von 1967 bis 1975 stattete er die meisten ihrer Aufnahmen aus – und sorgte so für die künstlerisch fruchtbarste Zeit im musikalischen Schaffen der Diva, wie beispielsweise die Melodie für „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ und viele mehr Lieder von Hilde Knef.

Seine Melodien kennen Millionen von Menschen. Hans Hammerschmid selbst suchte aber nie das Rampenlicht. Er hat nicht nur die größten Songs für Hildegard Knef komponiert (sie wohnte sogar eine Weile nach der Geburt ihrer Tochter bei ihm, um aufdringlichen Journalisten zu entkommen), sondern hat auch bei Udo Jürgens‘ Hit „Merci, Chérie“ mitgewirkt. Von ihm stammen die Titelmelodie zu TV-Straßenfegern wie „Die Schwarzwaldklinik“, „Das Traumschiff“ und „Insel der Träume“.

Seine Lebensgefährtin Gisela erzählte, dass er noch wenige Tage vor seinem Tod „am Klavier saß“. Dabei spielte er einen berühmten Song aus dem Filmklassiker „Casablanca“: „As Time Goes By“. Dieses Lied habe er besonders geliebt, sagte seine Lebensgefährtin.

Der Hans Hammerschmid Lauf: