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Der Adalbert Stifter Lauf

Nach dem 27 Kilometer vom Wolfgangsee erstmals wieder gelaufen zum 220. Geburtstag von Adalbert Stifter, dem Lieblingsschriftsteller meines ehemaligen Deutschlehrers. Adalbert Stifter Laufrunden könnte ich in Wien drei machen, hab mich diesmal aber nur auf ehemalige Wohnungen des Schriftstellers konzentriert. In der Brigittenau gäbe es noch eine Adalbert Stifter Straße und auf der Sofienalpe ein Denkmal. Eventuell dann beim nächsten Mal.

Nachdem Adalbert Stifter das Stiftsgymnasium Kremsmünster besuchte, begann er 1826 ein Studium der Rechte in Wien. Das Studium finanzierte er sich als Hauslehrer. Aufgrund einer unglücklichen Liebesbeziehung, die er mit Alkohol zu verdrängen versuchte, musste er sein Studium abbrechen. Da er immer öfters in finanziellen Schwierigkeiten steckte, musste er seinen Verleger um Vorschüsse bitten. Ab 1851 wurde er aber sogar Schulrat in Linz und später Hofrat. Diesen Posten erhielt er aufgrund seinen guten Beziehungen zu Metternich, da er seinen Sohn Richard drei Jahre als Hauslehrer unterrichtet hatte.

Nach seiner unglücklichen Liebe zu Fanny heiratete er die Putzmacherin Amalia Mohaupt. Über 30 Jahre waren die beiden verheiratet, die Kinderlosigkeit belastete das Paar aber schwer. Deshalb nahmen die Stifters Juliane, eine Nichte von Amalia als Ziehtochter auf. Die Ziehtochter riss aber mehrmals von zuhause aus. Als sie einmal mehrere Tage verschwunden war, fand man letztendlich ihre Leiche in der Donau. Ob Unfall oder Selbstmord blieb für immer ungeklärt. Der Verlust traf die Stifters schwer.

Gegen Ende der 1850er Jahre verschlechterte sich der Gesundheitszustand von Adalbert Stifter schwer. Er nutzte öfters Kuraufenthalte und konnte auch seinen Lehrberuf nicht mehr ausüben. Stifter galt auch als übermäßiger Esser und Trinker, was seiner Gesundheit auch schadete. Von einem Wiener Freund ließ er sich regelmäßig Lahners Frankfurter Würstel senden. Stifter hat für gewöhnlich täglich sechs Mahlzeiten gegessen und es kam nicht selten vor, dass sein zweites Frühstück bereits ein Schnitzel mit Erdäpfelsalat war. Aufgrund einer Leberzirrhose fügte er sich in einem Spital eine Schnittwunde zu, durch die er letztendlich verstorben ist.

Adalbert Stifter gilt als Meister der biedermeierlichen Naturdarstellungen. Stifter hat die ländliche Lebenswelt in seinen Werken als Idylle idealisiert. Seine erste Nacht in Wien verbrachte Stifter im Gasthof „Roter Hahn“ (3, Landstraße Hauptstraße 40), das seit 2007 leer steht. Das Haus war eines der ältesten Wirtshäuser im dritten Bezirk. Das Haus in der Landstraßer Hauptstraße soll saniert werden. Nach Angaben der Baupolizei wird im Hof des Gebäudes ein Einfamilienhaus errichtet. Für die Zufahrt der Baufahrzeuge musste bereits die Hauseinfahrt des Straßentraktes vergrößert werden. Ein Totalabriss des Hotels kommt für den Eigentümer Alexander Proschofsky nach wie vor nicht in Frage. „Wir planen eine gemischte Nutzung aus Wohnen, Apartments, Gewerbe und Geschäften, wie dies auch früher der Fall war“, erklärt er.

Seine letzte Wiener Wohnung, die er 1848 räumte, befand sich im vierten Stock der Seitenstettengasse 2. Dazwischen lebte er in Wien in 15 Wohnungen, wo er meist kurzweilig lebte, unter anderem zum Beispiel in der Beatrixgasse 4b. Die Sommermonate verbrachte er in Oberplan, Friedberg oder in Linz.

Der Adalbert Stifter Lauf: