Schlagwort: Vizekanzler

Der Fritz Bock Lauf

Letzter Lauf vor dem Lauf Opening in Mödling am Sonntag, und da war ich auf den Spuren von Fritz Bock unterwegs, einem Mitbegründer der ÖVP, der längstdienender Handelsminister Österreichs und Vizekanzler war.

Fritz Bock wuchs mit seinen Eltern in der Einwanggasse 14 auf. 1930 maturierte er am Gymnasium Fichtnergasse und engagierte sich in der Katholischen Mittelschülerbewegung. Danach studierte er Rechtswissenschaften und ließ sich zum Steuerberater ausbilden.

Während der Diktaturregierung Kurt Schuschnigg war Fritz Bock als Propagandaleiter der Vaterländischen Front für antinationalsozialistische Propaganda zuständig. Bis März 1938 war er stark an der Organisation der durch den Einmarsch der Wehrmacht verhinderten Volksabstimmung über den Erhalt der österreichischen Selbstständigkeit beteiligt. Nach dem „Anschluss Österreichs“ wurde Bock am 15. März 1938 verhaftet und kam Anfang April mit dem Prominententransport ins KZ Dachau. Er wurde jedoch 1939 wegen Haftunfähigkeit entlassen.

Während des Zweiten Weltkriegs war er untauglich, mit Berufsverbot belegt und stand unter ständiger Überwachung der Gestapo. Trotzdem gelang es ihm, Kontakte zur österreichischen Widerstandsbewegung O5 zu knüpfen. Kurz vor dem Ende des zweiten Weltkriegs entzog er sich einer neuerlichen Verhaftung und floh ins Innviertel, das kurze Zeit später von der US Armee befreit wurde.

Nach dem Krieg gehörte Fritz Bock 1945 zu den Gründern der ÖVP, war Generalsekretär des Österreichischen Arbeiter- und Angestellten-Bundes (ÖAAB), Präsidiumsmitglied im Bundesverband österr. Widerstandskämpfer und Opfer des Faschismus (1946–1948), Generalrat der Nationalbank (1948–1953) und ab 1949 Abgeordneter zum Nationalrat.

Über elf Jahre lang, vom 29. Juni 1956 bis zum 19. Jänner 1968, war Fritz Bock dann in den Bundesregierungen Raab II, Raab III, Raab IV, Gorbach I, Gorbach II, Klaus I und Klaus II Bundesminister für Handel und Wiederaufbau bzw. für Handel, Gewerbe und Industrie (1966–1968). In seinen letzten beiden Regierungsjahren war er außerdem Vizekanzler.

Fritz Bock war mit Anna Dörrich verheiratet. Im 83. Lebensjahr erlag er am 12. Dezember 1993 einem Krebsleiden. Mit seiner Frau lebte er in Döbling, was mir aber für meinen heutigen Lauf zu weit war. Daher begab ich mich nur zum Geburtshaus in die Einwanggasse und in die Obere Amtshausgasse 37, wo er in jungen Jahren wohnte.

Der Fritz Bock Lauf: