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Der Hansi Niese Lauf

Am 150. Geburtstag der Schauspielerin und Sängerin Hansi Niese verlief mein heutiger Morgenlauf wieder einmal durch Schönbrunn in die Speisinger Straße und dann noch den Hansi Niese Weg rauf zum ORF Zentrum. Das Geburtshaus von Hansi Niese befindet sich in der Kollergerngasse 3 in Mariahilf. Diese Adresse gibt es heute aber nicht mehr. Die gesamte Straßenseite wird von den Flagship Stores von Hema und Adidas besetzt.

Mit ihren Eltern wohnte sie später in einem Haus in der Speisinger Straße 28, wo sich auch eine Gedenktafel befindet. Bereits als 11jährige stand sie in einem Speisinger Gasthaus bereits auf der Bühne. Hansi Niese nahm niemals Schauspielunterricht und trotzdem trat sie schon früh in Schwenders Vergnügungsetablissement am Braunhirschengrund auf.
Hansi Niese trat in zahlreichen Operetten und volkstümlichen Stücken auf. Bald wurde sie zum Publikumsliebling. Durchschlagende Erfolge, unter anderem als Anna Birkmeier im „Pfarrer von Kirchfeld“ von Ludwig Anzengruber und als Rosl (an der Seite von Alexander Girardi) in Ferdinand Raimunds „Verschwender“, trieben ihre Karriere voran. Ihr Ehemann Josef Jarno, den sie in Budapest geheiratet hatte, übernahm später die Leitung des Volkstheaters. Daher ging sie auch auf die Bühne des Volkstheaters, wo sich auch ein Denkmal von Hansi Niese befindet.

Auch in männlichen Rollen begeisterte sie, wie beispielsweise als Knieriem in „Lumpazivagabundus“ oder als Willibald in „Die schlimmen Buben in der Schule“, beide von Johann Nestroy.

Als ihr Ehemann Josef Jarno zwei Jahre vor ihr starb, ließ er sie mit einer enormen Schuldenlast zurück und sie zog sich in bescheidene Verhältnisse zurück. Sie unternahm noch einige Gastspielreisen und widmete sich der Filmtätigkeit. Am 4. April 1934 brach sie im Foyer des Konzerthauses zusammen und starb auf dem Transport ins Sanatorium Loew.

Hansi Niese wurde immer wieder als „echte Wiener Schauspielerin“ beschrieben. Sobald sie eine Bühne betrat, strahlte sie eine herzliche Gemütlichkeit aus. Beliebt war sie auch für ihre komödiantischen Darstellungen und dem Schneiden von Grimassen. Auch einfache Gesten oder Handbewegungen von ihr sollen beim Publikum schon zu Gelächter geführt haben. Oft wurde sie deshalb auch als „weiblicher Clown“ bezeichnet. Für sie wurden auch eigene Theaterstücke geschrieben, die sogenannten Niese-Stücke, in denen sie das Publikum in Sekundenschnelle vom Lachen zum Weinen bringen konnte.

Der Hansi Niese Lauf: