Bei Temperaturen um 0 Grad und blauem Himmel, nachdem die Sonne aufgegangen ist, war ich bei meinem heutigen Morgenlauf auf den Spuren des österreichisch-amerikanischen Komponisten Erich Wolfgang Korngold unterwegs. Korngold wurde in eine jüdische Familie geboren und galt bald als musikalisches Wunderkind. Schon mit 11 Jahren erregte er Aufsehen, als er das Ballett „Der Schneemann“ komponierte. In der Theobaldgasse, wo er aufwuchs und die meiste Zeit wohnte, komponierte er mit der Oper „Die tote Stadt“ sein bedeutendstes Werk. 1934 während der Zeit des Austrofaschismus folgte Korngold der Einladung von Max Reinhardt nach Hollywood, um für dessen Film „A Midsummer Night’s Dream“ (Ein Sommernachtstraum) die Filmmusik zu arrangieren. Daraufhin verbrachte er die nächsten Jahre vor allem die Winter in Kalifornien als Filmkomponist der Warner Brothers.
Für Warner Brothers bedeutete die Verpflichtung Korngolds einen Prestigegewinn und er erhielt mehr Freiheiten als andere Filmkomponisten. Er durfte sich seine Projekte frei aussuchen und erhielt ein großzügiges Gehalt. Für den 1936 entstandenen Film „Anthony Adverse“ erhielt er im Folgejahr den Oscar, den zweiten Oscar dann 1938 für „Robin Hood – König der Vagabunden“. Er beeinflusste auch die Musik von John Williams zu Star Wars. Insgesamt verfasste er zwischen 1935 und 1946 die Musik für 19 Filme, insbesondere für Abenteuerstreifen wie „Der Herr der sieben Meere“ (1940) und „Der Seewolf“ (1941).
Seine Kontakte zu Warner Brothers ermöglichten es ihm auch während der nationalsozialistischen Machtübernahme seine Familie und seine Eltern zu sich in die USA zu holen. Er starb am 29. November 1957 nach einem Herzinfarkt und wurde auf dem Hollywood Forever Cemetery in Los Angeles beerdigt. Seine Frau Luzi folgte ihm im Jahre 1962. Die schlichte Grabplatte ziert das Notenzitat „Glück, das mir verblieb“ aus seiner berühmten Oper Die tote Stadt.
Der Erich Wolfgang Korngold Lauf:







