Schlagwort: Malerei

Der Adalbert Seligmann Lauf

Grau in grau bei meinem heutigen Morgenlauf durch den Wienerberg bis nach Liesing. Mystische Stimmung, passt momentan ganz gut zu mir.

Wo ging’s hin? Nach einigen Umwegen, da es nicht so einfach war, in die Seligmanngasse in den 23. Bezirk und dann noch weiter zur U6. Wer war also Adalbert Seligmann, der heute seinen 80. Todestag hat? Seligmann war ein österreichischer Maler und Kunstkritiker. Seligmann war auch als Lehrer tätig und war besonders um die Jahrhundertwende ein sehr geschätzter Historienmaler, der auch Kunstkritiken für die Neue Freie Presse schrieb. Er war auch einer der Mitbegründer der Frauenkunstschule, aus der später die Wiener Frauenakademie wurde. Sein bekanntestes Gemälde stellt den im Hörsaal vor versammeltem Auditorium operierenden Chirurgen Theodor Billroth dar.

Von seinem Vater hat er die Schädelfragmente Beethovens übernommen und bewahrte diese bis 1936 in seiner Wiener Wohnung auf. Später hielt er diese bis Kriegsende an einem unbekannten Ort versteckt. Seligmann war teilweise jüdischer Herkunft, überstand den Krieg und das NS-Regime in Wien aber unbeschadet. Über seine Erben wanderte der Beethoven Schädel 1990 nach San José in Kalifornien ans Center for Beethoven Studies der San José State University.

Der Adalbert Seligmann Lauf:

Der Herbert Boeckl Lauf

Etwas kalt war es in der Früh, aber blauer Himmel und ein schöner Sonnenaufgang. Wollte nach längerer Zeit aber wieder einmal über die Donau bei meinem Morgenlauf. Über die Reichsbrücke, an der zugefrorenen Alten Donau vorbei bis nach Kagran. Am 58. Todestag des Malers Herbert Boeckl ging es zum Herbert-Boeckl-Weg.

Geboren in Klagenfurt, ging es nach der Schulausbildung und Matura nach Wien, wo er sich an der Akademie der bildenen Künste bewarb. Dort wurde er aber abgelehnt und er begann, Architektur zu studieren. Er war Privatschüler von Adolf Loos, und durch Loos trat er in Kontakt mit Künstlern wie Egon Schiele, Gustav Klimt und Carl Moll. Nach dem 1. Weltkrieg heiratete er Maria Plahna, die ihm in den ersten Jahren der Ehe als Aktmodell diente. Sein Studium an der Technischen Hochschule gab er nach dem Krieg auf und bezog ein kleines Atelier in Klagenfurt, wo er seine Werke ausstellte. Egon Schiele war begeistert von einem der ausgestellten Porträts und empfahl Boeckl an den Wiener Kunsthändler und Verleger Gustav Nebehay. Ein Vertrag mit Nebehay sicherte Boeckl bis 1931 wirtschaftlich ab.
Ab 1928 lebte Boeckl mit seiner Familie wieder vermehrt in Wien und arbeitete in einem Atelier in der Argentinierstraße 41. 1935 erfolgte die Berufung als Professor an die Akademie der bildenden Künste.

Während dem Zweiten Weltkrieg zog sich Boeckl weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück und überahm statt der Leitung der Meisterklasse den täglich stattfindenden Abendakt, der eine Pflichtveranstaltung für sämtliche Akademiestudenten war. Aufgrund der NS-Kulturpolitik war es Boeckl kaum möglich, sich an Ausstellungen zu beteiligen, woraus sich auch ein eher zurückgezogenes Leben und Kunstschaffen während der folgenden Jahre ergab. Boeckl war zwar Mitglied der NSDAP, hat die Beziehung zur NSDAP aber nur gesucht, um nicht mit der nationalsozialistischen Kunstpolitik in Konflikt zu kommen, weil er sich als Künstler an der Grenze der sogenannten „entarteten Kunst“ bewegte. Aus seiner antifaschistischen Einstellung hat er jedenfalls kein Hehl gemacht. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er zum Rektor ernannt und setzte sich für den personellen und materiellen Wiederaufbau der Akademie ein.

 

Der Herbert Boeckl Lauf: