Kategorie: Psychologie

Der Helmut Eisendle Lauf

Flotter Lauf durch die Stadt bei kalten Temperaturen und Sonnenschein. Herrlich. Der Schriftsteller Helmut Eisendle wäre heute 87 Jahre alt geworden, ist aber 2003 an Speiseröhrenkrebs gestorben. Gelebt hat er im 4. Bezirk in der Schäffergasse 13.

Zuerst war Helmut Eisendle Telefonmechaniker und holte parallel die Matura auf einer Abendschule nach. Nach der Matura studierte er Psychologie, Philosophie und Biologie. Daneben arbeitete er als Werkstättenlehrer an der Höheren Technischen Lehranstalt in Graz.

Bevor er Schriftsteller wurde, arbeitete er als Erziehungsberater in einer Gruppenpraxis. Als Schriftsteller war er Mitarbeiter der Literaturzeitschrift Manuskripte und lebte abwechselnd in Barcelona, Berlin, München, Friaul, teilweise in der Südsteiermark, dann wieder in Wien und Amsterdam. Helmut Eisendle war ein Vertreter der sprachskeptischen und sprachkritischen Strömung in der neueren österreichischen Literatur. In seinen Prosawerken, Essays und Hörspielen räumte er seinem Fachgebiet, der Psychologie und deren Kritik, breiten Raum ein.

Der Helmut Eisendle Lauf:

Der Brigitte Rollett Lauf

Nach mehr als einer Woche endlich wieder einmal eine Laufrunde an einem regnerischen und nassen Tag. Es war aber glücklicherweise nur leichter Regen, daher war’s zum Aushalten. Diesmal ging’s über den Gürtel nach Döbling rauf, wo in der Reimersgasse die Psychologin Brigitte Rollett wohnte, die heute 91 Jahre alt geworden wäre. Sie ist allerdings im Alter von 89 Jahren letztes Jahr im Februar verstorben.

Brigitte Rollett war bis ins hohe Alter als Eintwicklungspsychologin, Familienforscherin und Mitbegründerin der Österreichischen Gesellschaft für Psychologie an der Universität Wien tätig. In den 60er und 70er Jahren war sie oftmals die einzige Frau in der von männlichen Ordinarien beherrschten Universitätslandschaft. Als alleinerziehende Mutter von vier Kindern musste sie außerdem auch Familie und Beruf gut miteinander vereinbaren.

Bis Ende 2023 war die 2003 emeritierte Wissenschafterin in Forschungsprojekten und Tagungen aktiv. Geboren wurde sie in Graz und dort studierte sie auch Psychologie, Pädagogik und Philosophie. 1979 wurde sie Leiterin der Abteilung für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie am Institut für Psychologie der Uni Wien.

Rollett setzte sich über viele Jahrzehnte hinweg mit dem Thema Autismus und vor allem mit Bildung, Lernen und Motivation auseinander. Beispielsweise prägte sie den Begriff „Anstengungsvermeidung“. Gemeint ist damit ein aktives Einsetzen von Vermeidungsstrategien gegenüber Anforderungen, die die Umwelt an eine Person stellt. Aus ihrer Forschungsarbeit geht nicht nur der breit eingesetzte Anstrengungsvermeidungstest (AVT) hervor, sondern auch eine entsprechende Therapiemethode, mit der die Lernstörung behandelt werden kann. Rollett war auch Präsidentin der 1977 gegründeten Gesellschaft gegen Sekten und Kultgefahren. In diesem Zusammenhang warnte sie vor dem Gefährdungspotenzial etwa für junge Menschen. ( https://kurier.at/wissen/gesundheit/entwicklungspsychologie-brigitte-rollett-sekten-sektengefahren-autismus-anstrengungsvermeidung/402774304 )

Der Brigitte Rollett Lauf: