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Meine Motto-Läufe

Der Josef Kainz Lauf

Nachdem ich gestern für den Frühlauftreff nicht motiviert genug war, musste ich heute raus und so ging’s zum Türkenschanzpark bergauf und bergab. Vorher aber durch den Josef Kainz Park. Josef Kainz war einer der größten deutschsprachigen Theaterschauspieler, der heute den 167. Geburtstag gehabt hätte.

Nach dem frühen Tod seines Vaters wurde er von seiner Mutter maßgeblich gefördert und debütierte bereits als 15jähriger am Sulkowskitheater in Matzleinsdorf. Nach einigen Gastspielreisen wirkte Kainz am neu gegründeten Deutschen Theater in Berlin und entwickelte sich dort zum berühmtesten deutschsprachigen Charakterdarsteller seiner Zeit. Er brillierte unter anderem als Hamlet, Richard II., Don Carlos und Franz Moor in Friedrich Schillers Drama Die Räuber.

1899 wechselte er schliesslich ins Wiener Burgtheater, wo er zum Hofschauspieler ernannt wurde. 10 Jahre blieb er am Burgtheater, doch nach langen Verhandlungen bekam er schliesslich einen 6jährigen Urlaub zuerkannt. Für Josef Kainz war das Burgtheater ein „verbeamtetes Theater“ und die Qualitätsansprüche konnten dem unverträglichen und launenhaften Künstler nicht mehr erfüllt werden.

Im Herbst 1909 erkrankte Josef Kainz an Darmkrebs, dessen zunehmende Beschwerden die Bühnenpraxis beeinflussten. Eine Operation war zuerst erfolgreich, doch das Leiden kehrte wieder zurück. Auf seinem Sterbebett erreichte Kainz am 20. September 1910 als besondere Auszeichnung noch die schriftliche Ernennung zum Burgtheaterregisseur.

Der Josef Kainz Lauf:

Der Antonie Adamberger Lauf

Wahrscheinlich der letzte Lauf im 2025er Jahr, außer ich hab morgen noch einmal Lust. Ich war bei einem Zehner auf den Spuren der Schauspielerin Antonie Adamberger, die am Fleischmarkt 6 wohnte und im 2. Bezirk gibt es auch eine Adambergergasse.

Antonie Adamberger debütierte als 16jährige am Burgtheater in Wien und wurde sofort als Hofschauspielerin engagiert. Sie wurde schnell einer der Lieblinge des Wiener Publikums. Beethoven komponierte speziell für Antonie Adamberger die Lieder des Klärchen für seine Musik zu Goethes Trauerspiel Egmont. Wie sie später erwähnt hatte, hat sie sehr gerne mit Beethoven zusammen gearbeitet und seine Arbeit sehr geschätzt.

Als der deutsche Schriftsteller und Freiheitskämpfer Theodor Körner ans Burgtheater berufen wurde, hat Antonie ihn erstmals bei einer Probe des Lustspiels „Der grüne Domino“ gesehen. Bereits im selben Jahr verlobten sich die beiden und er schrieb bald an seinem Drama Toni, bei der Antonie Adamsberger die Hauptrolle übernahm.
Körner widmete ihr bis zu seinem Tod 1813 Gedichte und neben dem Drama Toni auch noch das Stück Zriny. Einige Jahre nach seinem Tod verließ Adamberger die Bühne und heiratete im selben Jahr den Archäologen Joseph Arneth. Die beiden hatten einen gemeinsamen Sohn, den Historiker und Politiker Josef von Arneth. Später wurde sie Vorleserin der Kaiserin Karoline Auguste. Die Kaiserin hat Adamsberger auch zur Oberin des Karolinenstifts ernannt, einem Erziehungsinstitut für Soldatenkinder.

Der Antonie Adamberger Lauf:

Der Hilde Zaloscer Lauf

Die aktuelle Nebelsuppe über Wien seit mehr als einer Woche macht das Laufen etwas schwieriger, die Motivation ist nicht so groß, aber man muss halt trotzdem raus. Also begab ich mich auf die Spuren von Hilde Zaloscer, die vor allem im Literaturhaus in der Seidengasse und am Institut für Kunstgeschichte im Alten AKH sehr präsent war. Im Hof 9 des Alten AKHs wird auch an sie gedacht gemeinsam mit anderen Ermorderten, Vertriebenen und Ausgegrenzten im zweiten Weltkrieg.

Geboren wurde Hilde Zaloscer in Tuzla, wo sie wie auch in Banja Luka ihre Kindheit verbrachte. Mit dem Zusammenbruch der Habsburgmonarchie fand ihre unbekümmerte Kindheit ein jehes Ende und die ganze Familie musste aus Bosnien nach Wien fliehen. Hilde Zaloscer besuchte in Wien die Schule und maturierte auch. 1921 schrieb sie sich für Kunstgeschichte an der Universität Wien ein. Hilde Zaloscer nahm die zunehmende Polarisierung und den ansteigenden Antisemitismus allerdings erst nach Abschluss ihrer Promotion 1927 wahr, als sie aufgrund ihrer jüdischen Herkunft Probleme hatte, eine Stelle in Österreich zu finden. Aufgrund ihrer schlechten Zukunftsaussichten entschied sie sich Anfang der 1930er Jahre zur Emigration nach Ägypten.

1936 wurde ihr über Bekannte eine Stelle als Haushaltshilfe in Alexandria vermittelt. Dieser Beruf entsprach nicht ihren Qualifikationen, aber er war gut für einen Neuanfang. Allerdings kündigte sie schon nach fünf Monaten, da das Spannungsverhältnis innerhalb dieser Familie sehr groß war und die Hausherrin hätte sie aus Eifersucht drangsaliert und zur Kündigung gezwungen.

Ohne finanzielle Absicherung entschied sie sich aber trotzdem in Ägypten zu bleiben. Die ägyptische Kultur hatte eine immense Faszination auf sie ausgeübt. Ihren Unterhalt verdiente sie als Gästeführerin und freie Autorin. Mit Beginn des zweiten Weltkriegs stand sie in Ägypten wieder vor einer unsicheren Zukunft. Ihre Haupteinnahmequelle – archäologische und kunsthistorische Führungen – fiel infolge des Zweiten Weltkriegs fast gänzlich weg.

Außerdem wurde Zaloscer als österreichische Staatsbürgerin in Ägypten, das unter britischer Besatzung stand, zum enemy alien erklärt. Um einer drohenden Internierung als ,feindliche Ausländerin‘ oder Ausweisung nach Österreich zu entgehen, ging sie 1939 eine Scheinehe mit einem Ägypter ein und erlangte so die ägyptische Staatsbürgerschaft.

Schein- oder Schutzehen für deutschsprachige Jüdinnen spielten in dieser Zeit eine wichtige Rolle als Schutzinstrument vor Ausweisung und Diskriminierung, teilweise wurden sie sogar durch Institutionen wie das jüdische Krankenhaus in Alexandria vermittelt. In Hilde Zaloscers Fall stellte ein befreundetes Ehepaar den Kontakt zu einem ägyptischen Fabrikangestellten her, der sie gegen Zahlung von 50 Pfund heiratete. Damit konnte sie im Land bleiben. Zaloscer nahm den Namen „Samira Shukri“ an und trat während der Trauung formal zum Islam über. Der Kontakt zu ihrem Ehemann, der kurz darauf verstarb, beschränkte sich nur auf die Hochzeitszeremonie.

Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs konnte sie in Erfahrung bringen, dass der Großteil ihrer Familie in die USA geflohen ist und überlebt hatte. Vater und Schwester kehrten 1947 nach Wien zurück. Auch Hilde kehrte nach Wien zurück, wurde aber bald wieder enttäuscht und sah keine Perspektive für sich in Österreich. Daher kehrte sie wieder in ihre neue Heimant Ägypten zurück.
Ende der 1940er Jahre verbesserte sich ihre Situation in Ägypten schlagartig. Der bekannte ägyptische Schriftsteller Taha Hussein, den sie persönlich kannte, war zum Bildungsminister ernannt worden und berief sie als Professorin für Kunstgeschichte an die Universität in Alexandria ein. Sie war ab diesem Zeitpunkt also keine Emigrantin mehr, sondern eine ägyptische Beamtin mit gutem Einkommen. Nun fühlte sie sich in Ägypten angekommen und musste sich keine Sorgen mehr um ihr Auskommen machen. Doch bald merkte sie, dass auch Ägypten im Umbruch war.
Ein erstarkender ägyptischer Nationalismus und mehrere verlorene Kriege gegen den 1948 gegründeten Staat Israel gaben Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit in Ägypten Auftrieb. Sie fühlte sich als Jüdin nicht mehr sicher in diesem Land.

Nach dem Ende des Sechstagekriegs im Jahr 1967 verschlechterte sich die Situation für Jüdinnen und Juden in Ägypten dramatisch. Hilde Zalsoscar wurde mehrfach mitten in der Nacht von der Polizei abgeholt und verhört bzw. mehrfach unter Hausarrest gestellt. So verabschiedete sich 1968 nach einigen Schwierigkeiten mit dem Ausreisevisum von ihrem Leben in Ägypten und kehrte nach Wien zurück.

Wien war aber keine Heimat mehr für sie. Sie fühlte sich in Wien als Fremde und fiel in eine schwere Depression. Für vier Jahre zog sie aufgrund einer Gastprofessur noch einmal nach Kanada. Den Rest ihres Lebens verbrachte sie aber in Wien, wo sie sich aber nicht mehr beheimatet fühlte. ( https://diaspora.juedische-geschichte-online.net/beitrag/guenter-hilde-zaloscer )

Der Der Hilde Zaloscer Lauf:

Der Adalbert Seligmann Lauf

Grau in grau bei meinem heutigen Morgenlauf durch den Wienerberg bis nach Liesing. Mystische Stimmung, passt momentan ganz gut zu mir.

Wo ging’s hin? Nach einigen Umwegen, da es nicht so einfach war, in die Seligmanngasse in den 23. Bezirk und dann noch weiter zur U6. Wer war also Adalbert Seligmann, der heute seinen 80. Todestag hat? Seligmann war ein österreichischer Maler und Kunstkritiker. Seligmann war auch als Lehrer tätig und war besonders um die Jahrhundertwende ein sehr geschätzter Historienmaler, der auch Kunstkritiken für die Neue Freie Presse schrieb. Er war auch einer der Mitbegründer der Frauenkunstschule, aus der später die Wiener Frauenakademie wurde. Sein bekanntestes Gemälde stellt den im Hörsaal vor versammeltem Auditorium operierenden Chirurgen Theodor Billroth dar.

Von seinem Vater hat er die Schädelfragmente Beethovens übernommen und bewahrte diese bis 1936 in seiner Wiener Wohnung auf. Später hielt er diese bis Kriegsende an einem unbekannten Ort versteckt. Seligmann war teilweise jüdischer Herkunft, überstand den Krieg und das NS-Regime in Wien aber unbeschadet. Über seine Erben wanderte der Beethoven Schädel 1990 nach San José in Kalifornien ans Center for Beethoven Studies der San José State University.

Der Adalbert Seligmann Lauf:

Der Ödön von Horvath Lauf

Der ungarisch-österreichische Schriftsteller Ödön von Horvath lebte zwar nicht lange in Wien, doch ein Bezirk inspirierte ihn zu einem seiner größten Werke, und zwar die „Geschichten aus dem Wienerwald“. Deshalb begab ich mich an seinem 124. Geburtstag zu einem flotten Lauf durch die Josefstadt. Das Haus in der Lange Gasse 26 diente ihm als Vorlage für seine „Geschichten aus dem Wienerwald“. In dem Horvath Stück befindet sich in diesem Haus die Fleischerei von Oskar und das Geschäft des Zauberkönigs. Auch eine kleine Trafik gab es in dem Haus. Von diesen Geschäften gibt es in dem Haus nichts mehr, aber das Beisl „Das Lange“ ist hier eingemietet und eine Tafel erinnert an den Schriftsteller.

Einige Hausnummern weiter kommt man zum Hotel Zipser, in dem Horvath immer wieder wohnte, wenn er Wien besuchte. 1904 war es noch ein Heim für junge Mädchen, danach wurde es in eine Pension umgebaut und mittlerweile ist es ein Hotel. Das Wappen an der Gebäudefassade ist jenes der französischen Stadt Orsay. Weiter ging es in die Piaristengasse, wo Horvath als junger Maturant öfters bei seinem Onkel Josef Prehnal in der Piaristengasse 62 lebte.

Weiter ging es über das Rathaus zurück in die Josefstädter Straße, wo sich auf Nummer 9 zu Horvaths Zeiten ein Geschäft für Zauber- und Faschingsartikel befand. Heute befinden sich dort einige kulinarische Angebote. Im Lokal „Aloha Bowl“ gibt es schmackhafte hawaiianische Bowls, Pizzas bekommt man daneben und ein ehemaliges asiatisches Lokal steht mittlerweile leer.

Auch das Theater in der Josefstadt ist sehr mit Ödön von Horvath verbunden. Dort wurden seine Stücke „Geschichten aus dem Wiener Wald“, „Jugend ohne Gott“ und „Kasimir und Karoline“ aufgeführt. Im Theater in der Josefstadt wurde auch Horvaths verschollenes Stück „Niemand“ am 1. September 2016 uraufgeführt wurde. Das von Horvath als Tragödie bezeichnete Stück behandelt die Geschichte der unterschiedlichen BewohnerInnen eines Mietshauses und dessen Besitzer, sowie deren Konflikte und Einzelschicksale.

Der Ödön von Horvath Lauf:

Der Norbert Sterk Lauf

Heute früh ging es laufend wieder einmal westwärts hinter dem Roten Berg vorbei die Veitingergasse hinauf, wo der Komponist Norbert Sterk wohnt und dort auch seine Logopädie Praxis hat. Norbert Sterk hat heute seinen 57. Geburtstag und studierte am Wiener Konservatorium Klavier, Kontrabass, Tonsatz und Komposition. An der Universität Wien studierte er auch noch Philosophie, Musik- & Theaterwissenschaft.

Gleichzeitig absolvierte er auch die Ausbildung zum Logopäden und besuchte Seminare bei den Komponisten Ernst Krenek, Kurt Schwertsik, Alfred Schnittke, Karl Heinz Füssl und Ivan Eröd.
Seine Kompositionen werden weltweit bei vielen Festivals wie Wien Modern aufgeführt. Er arbeitet auch viel mit Künstlern anderer Sparten zusammen, wie beispielsweise den Malern und Malerinnen Elisabeth Holzer und Federico Vecchi und den Schriftstellern Semier Insayif und Doron Rabinovici. ( https://www.norbert-sterk.at/artikel/text//bio )

Der Norbert Sterk Lauf:

Der Hansl Schmid Lauf

Heute hätte der Interpret des Wiener Liedes, Hansl Schmid, seinen 128. Geburtstag gehabt. Daher begab ich mich bei meinem heutigen Lauf auf die Spuren dieses Interpreten. Sein Geburtshaus befindet sich in Ottakring in der Redtenbachergasse 45, wo sich auch eine Gedenktafel befindet. Schon in den 1920er Jahren hatte Hansl Schmid schon viele Auftritte in Wiener Heurigenlokale.

Aufgrund seiner mittlerweile sehr hohen Popularität wurde Hansl Schmid 1940 zu einem Vortrag in ein Heurigenlokal im Scheiberweg gerufen, wo er auf Joseph Goebbels und dessen Berliner Begleitung traf. Am Ende seines Fiakerlieds erkundigte sich der Propagandaminister von wem das schöne Lied sei. Hansl Schmid antwortete, dass das Lied „von einem Juden“ sei, Goebbels soll die Antwort ignoriert haben.

An seinem Geburtstag am 1. Dezember 1952 eröffnete Schmid das ehemalige Kaffeehaus Theresienhof als Cafe Schmid Hansl, das bis heute ein beliebter Auftrittsort von Wienerliedsängern und Schrammelmusikern ist. Vor der Übernahme des Lokals warnte ihn der ehemalige Besitzer des Kaffees noch: „Ich sage Ihnen ganz ehrlich, die paar Gäste, die kommen, sitzen bei einem kleinen Schwarzen, sieben Glaseln Wasser und lernen alle Zeitungen auswendig“.

Aber Hansl Schmid pachtete das Lokal trotzdem. Er wollte nie ein Tagescafe haben, sondern ein kleines Cafe als Nachtlokal zur Pflege des gesellschaftlichen Kontaktes und vor allem des Wienerliedes. Der Kauf des Lokals war für Hansl Schmid ein Experiment. Am Eröffnungstag hatte er nur mehr 10 Schilling. Darauf sagte er nur: „Entweder es wird ein Erfolg oder die Pfändungsbeamten werden in den nächsten Tagen auftauchen„. Doch schon am Eröffnungstag strömten die Gäste in das neue Lokal. Mittlerweile hat das Cafe nur mehr an Wochenenden offen oder wenn ein Konzert stattfindet. Es wird also Zeit, dieses Lokal einmal zu besuchen. ( https://www.schmidhansl.wien/cafe/cafe-schmid-hansl/ )

Der Hansl Schmid Lauf:

Der Erich Wolfgang Korngold Lauf

Bei Temperaturen um 0 Grad und blauem Himmel, nachdem die Sonne aufgegangen ist, war ich bei meinem heutigen Morgenlauf auf den Spuren des österreichisch-amerikanischen Komponisten Erich Wolfgang Korngold unterwegs. Korngold wurde in eine jüdische Familie geboren und galt bald als musikalisches Wunderkind. Schon mit 11 Jahren erregte er Aufsehen, als er das Ballett „Der Schneemann“ komponierte. In der Theobaldgasse, wo er aufwuchs und die meiste Zeit wohnte, komponierte er mit der Oper „Die tote Stadt“ sein bedeutendstes Werk. 1934 während der Zeit des Austrofaschismus folgte Korngold der Einladung von Max Reinhardt nach Hollywood, um für dessen Film „A Midsummer Night’s Dream“ (Ein Sommernachtstraum) die Filmmusik zu arrangieren. Daraufhin verbrachte er die nächsten Jahre vor allem die Winter in Kalifornien als Filmkomponist der Warner Brothers.

Für Warner Brothers bedeutete die Verpflichtung Korngolds einen Prestigegewinn und er erhielt mehr Freiheiten als andere Filmkomponisten. Er durfte sich seine Projekte frei aussuchen und erhielt ein großzügiges Gehalt. Für den 1936 entstandenen Film „Anthony Adverse“ erhielt er im Folgejahr den Oscar, den zweiten Oscar dann 1938 für „Robin Hood – König der Vagabunden“. Er beeinflusste auch die Musik von John Williams zu Star Wars. Insgesamt verfasste er zwischen 1935 und 1946 die Musik für 19 Filme, insbesondere für Abenteuerstreifen wie „Der Herr der sieben Meere“ (1940) und „Der Seewolf“ (1941).

Seine Kontakte zu Warner Brothers ermöglichten es ihm auch während der nationalsozialistischen Machtübernahme seine Familie und seine Eltern zu sich in die USA zu holen. Er starb am 29. November 1957 nach einem Herzinfarkt und wurde auf dem Hollywood Forever Cemetery in Los Angeles beerdigt. Seine Frau Luzi folgte ihm im Jahre 1962. Die schlichte Grabplatte ziert das Notenzitat „Glück, das mir verblieb“ aus seiner berühmten Oper Die tote Stadt.

Der Erich Wolfgang Korngold Lauf:

Der Walter Absil Lauf

Der heutige Morgenlauf ging durch das graue Wien, diesmal eher locker und langsam unterwegs. Wieder ging es in den dritten Bezirk, wo Walter Absil in der Bechardgasse 16 aufgewachsen ist. Walter Absil war ein österreichischer Holocaust-Überlebender, der nach Kanada ausgewandert ist. Vor dem Marxer-Hof in der Bechardgasse findet man leider keine Gedenktafeln oder Stolpersteine. Seine Eltern sind über das Sammellager Mechelen nach Auschwitz deportiert worden, wo sie gleich nach der Ankunft vergast wurden.

Otto und Margarethe Bondy (der ursprüngliche Nachname von Walter war Bondy) lebten mit ihren Kindern Walter und Lieselotte in einer gutbürgerlichen Wohnung in Wien-Landstraße, Bechardgasse 16. Der Vater betrieb dort eine kleine Firma für Ledergürtel. Sein Sohn Walter beschrieb das Leben seiner Familie in Wien vor 1938 so: „Wir waren eine liberale jüdische ,middle class-family‘. Das frühere Leben in Wien, damals eine der lebendigsten Städte Europas wie Paris oder London, habe ich in angenehmer Erinnerung. Meine Schwester und ich hatten ein Kindermädchen, das mit uns in den Park ging, eine Haushaltshilfe unterstützte meine Mutter.“

Nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland verließ die Familie die Stadt Richtung Belgien. Nach der deutschen Invasion in Belgien wurde Walters Schule, die nur jüdische Kinder besuchten, sofort geschlossen. 1942 verhalf der Famile ein Schulfreund von Walter, dessen Vater Kommunist war und Verbindungen zum Widerstand hatte, zu einem Versteck in einem gemieteten Warenlager, das zum Wollgeschäft seiner Mutter gehörte. Schließlich versteckten die Lebruns, wie die Quartiergeber hießen, Otto und Margarethe Bondy sowie deren Kinder. Augusta Absil, die Tante von Frau Lebrun, adoptierte Walter, um ihm die belgische Staatsbürgerschaft zu verschaffen. Aus Walter Bondy wurde nun Walter Siegfried Absil, wegen des Kontaktes zu seiner Wiener Familie lebte er weiter versteckt.

Eines Tages entdeckte Frau Lebruns Vermieter, dass sie den Lagerraum nicht, wie angegeben, als zweites Geschäft nutzte, sondern dort eine Familie versteckt hielt. Der Vermieter verriet die Familie Bondy zwar nicht, sie musste sich allerdings nach einer neuen Unterkunft umsehen. Im September 1943 wurden Otto und Margarethe Bondy im neuen Versteck verhaftet. Ihre Kinder Walter und
Lieselotte waren zu diesem Zeitpunkt zufälligerweise nicht anwesend, was deren Glück war.

Der Walter Absil Lauf:

Der Hans Holt Lauf

Sehr schöner Morgenlauf. Windig, bewölkt und kalt, was will man mehr. Sonnenaufgang gab’s halt keinen heute. Heute ging’s in die Dianagasse 5, wo der Schauspieler Hans Holt aufgewachsen ist, der heute seinen 116. Geburtstag gehabt hätte. Bevor er an der Akademie für Musik und darstellende Kunst inskribierte, wollte er Turnlehrer werden.

Über die Stadttheater Reichenberg und Mährisch-Ostrau kam er an die Wiener Scala, das Renaissance Theater in Berlin, das Theater an der Wien und 1940 schließlich an das Theater in der Josefstadt, wo er mit Unterbrechungen bis 1988 engagiert war. Noch bevor er an die Josefstadt kam wurde Hans Holt auch für den Film entdeckt, wo er besonders als „Musensohn“ eingesetzt wurde. So spielte er beispielsweise 1942 in „Brüderlein fein“ Ferdinand Raimund und in „Wen die Götter lieben“ den Mozart mit impulsiven Gefühlsbewegungen.

Mit Paula Wessely, Attila und Paul Hörbiger und Hans Moser gehörte Hans Holt zu den beliebtesten Wiener Filmdarstellern. In Serien wie „Die liebe Familie“ und „Der Leihopa“ mit Alfred Böhm hat sich Hans Holt ein breites Fernsehpublikum erobert. Gestorben ist Hans Holt als 91jähriger nach einer schweren Krankheit im Hilde Wagener-Künstlerheim in Baden bei Wien.

Alfons Haider, ein Freund der Familie Holt, sprach über ihn folgendes: „Hans Holt war wahrscheinlich der letzte große österreichische Schauspieler und er war als Mensch ein unvorstellbares Juwel. Was ihn gebrochen hat, das war der Abgang aus der ‚Josefstadt‘. Der war nicht ‚koscher‘.“ https://www.derstandard.at/story/669235/schauspiel-legende-hans-holt-verstorben

Der Hans Holt Lauf: