Sehr schöner Morgenlauf. Windig, bewölkt und kalt, was will man mehr. Sonnenaufgang gab’s halt keinen heute. Heute ging’s in die Dianagasse 5, wo der Schauspieler Hans Holt aufgewachsen ist, der heute seinen 116. Geburtstag gehabt hätte. Bevor er an der Akademie für Musik und darstellende Kunst inskribierte, wollte er Turnlehrer werden.
Über die Stadttheater Reichenberg und Mährisch-Ostrau kam er an die Wiener Scala, das Renaissance Theater in Berlin, das Theater an der Wien und 1940 schließlich an das Theater in der Josefstadt, wo er mit Unterbrechungen bis 1988 engagiert war. Noch bevor er an die Josefstadt kam wurde Hans Holt auch für den Film entdeckt, wo er besonders als „Musensohn“ eingesetzt wurde. So spielte er beispielsweise 1942 in „Brüderlein fein“ Ferdinand Raimund und in „Wen die Götter lieben“ den Mozart mit impulsiven Gefühlsbewegungen.
Mit Paula Wessely, Attila und Paul Hörbiger und Hans Moser gehörte Hans Holt zu den beliebtesten Wiener Filmdarstellern. In Serien wie „Die liebe Familie“ und „Der Leihopa“ mit Alfred Böhm hat sich Hans Holt ein breites Fernsehpublikum erobert. Gestorben ist Hans Holt als 91jähriger nach einer schweren Krankheit im Hilde Wagener-Künstlerheim in Baden bei Wien.
Alfons Haider, ein Freund der Familie Holt, sprach über ihn folgendes: „Hans Holt war wahrscheinlich der letzte große österreichische Schauspieler und er war als Mensch ein unvorstellbares Juwel. Was ihn gebrochen hat, das war der Abgang aus der ‚Josefstadt‘. Der war nicht ‚koscher‘.“ https://www.derstandard.at/story/669235/schauspiel-legende-hans-holt-verstorben
Der Hans Holt Lauf:

