Monat: Dezember 2025

Der Hansl Schmid Lauf

Heute hätte der Interpret des Wiener Liedes, Hansl Schmid, seinen 128. Geburtstag gehabt. Daher begab ich mich bei meinem heutigen Lauf auf die Spuren dieses Interpreten. Sein Geburtshaus befindet sich in Ottakring in der Redtenbachergasse 45, wo sich auch eine Gedenktafel befindet. Schon in den 1920er Jahren hatte Hansl Schmid schon viele Auftritte in Wiener Heurigenlokale.

Aufgrund seiner mittlerweile sehr hohen Popularität wurde Hansl Schmid 1940 zu einem Vortrag in ein Heurigenlokal im Scheiberweg gerufen, wo er auf Joseph Goebbels und dessen Berliner Begleitung traf. Am Ende seines Fiakerlieds erkundigte sich der Propagandaminister von wem das schöne Lied sei. Hansl Schmid antwortete, dass das Lied „von einem Juden“ sei, Goebbels soll die Antwort ignoriert haben.

An seinem Geburtstag am 1. Dezember 1952 eröffnete Schmid das ehemalige Kaffeehaus Theresienhof als Cafe Schmid Hansl, das bis heute ein beliebter Auftrittsort von Wienerliedsängern und Schrammelmusikern ist. Vor der Übernahme des Lokals warnte ihn der ehemalige Besitzer des Kaffees noch: „Ich sage Ihnen ganz ehrlich, die paar Gäste, die kommen, sitzen bei einem kleinen Schwarzen, sieben Glaseln Wasser und lernen alle Zeitungen auswendig“.

Aber Hansl Schmid pachtete das Lokal trotzdem. Er wollte nie ein Tagescafe haben, sondern ein kleines Cafe als Nachtlokal zur Pflege des gesellschaftlichen Kontaktes und vor allem des Wienerliedes. Der Kauf des Lokals war für Hansl Schmid ein Experiment. Am Eröffnungstag hatte er nur mehr 10 Schilling. Darauf sagte er nur: „Entweder es wird ein Erfolg oder die Pfändungsbeamten werden in den nächsten Tagen auftauchen„. Doch schon am Eröffnungstag strömten die Gäste in das neue Lokal. Mittlerweile hat das Cafe nur mehr an Wochenenden offen oder wenn ein Konzert stattfindet. Es wird also Zeit, dieses Lokal einmal zu besuchen. ( https://www.schmidhansl.wien/cafe/cafe-schmid-hansl/ )

Der Hansl Schmid Lauf:

Der Erich Wolfgang Korngold Lauf

Bei Temperaturen um 0 Grad und blauem Himmel, nachdem die Sonne aufgegangen ist, war ich bei meinem heutigen Morgenlauf auf den Spuren des österreichisch-amerikanischen Komponisten Erich Wolfgang Korngold unterwegs. Korngold wurde in eine jüdische Familie geboren und galt bald als musikalisches Wunderkind. Schon mit 11 Jahren erregte er Aufsehen, als er das Ballett „Der Schneemann“ komponierte. In der Theobaldgasse, wo er aufwuchs und die meiste Zeit wohnte, komponierte er mit der Oper „Die tote Stadt“ sein bedeutendstes Werk. 1934 während der Zeit des Austrofaschismus folgte Korngold der Einladung von Max Reinhardt nach Hollywood, um für dessen Film „A Midsummer Night’s Dream“ (Ein Sommernachtstraum) die Filmmusik zu arrangieren. Daraufhin verbrachte er die nächsten Jahre vor allem die Winter in Kalifornien als Filmkomponist der Warner Brothers.

Für Warner Brothers bedeutete die Verpflichtung Korngolds einen Prestigegewinn und er erhielt mehr Freiheiten als andere Filmkomponisten. Er durfte sich seine Projekte frei aussuchen und erhielt ein großzügiges Gehalt. Für den 1936 entstandenen Film „Anthony Adverse“ erhielt er im Folgejahr den Oscar, den zweiten Oscar dann 1938 für „Robin Hood – König der Vagabunden“. Er beeinflusste auch die Musik von John Williams zu Star Wars. Insgesamt verfasste er zwischen 1935 und 1946 die Musik für 19 Filme, insbesondere für Abenteuerstreifen wie „Der Herr der sieben Meere“ (1940) und „Der Seewolf“ (1941).

Seine Kontakte zu Warner Brothers ermöglichten es ihm auch während der nationalsozialistischen Machtübernahme seine Familie und seine Eltern zu sich in die USA zu holen. Er starb am 29. November 1957 nach einem Herzinfarkt und wurde auf dem Hollywood Forever Cemetery in Los Angeles beerdigt. Seine Frau Luzi folgte ihm im Jahre 1962. Die schlichte Grabplatte ziert das Notenzitat „Glück, das mir verblieb“ aus seiner berühmten Oper Die tote Stadt.

Der Erich Wolfgang Korngold Lauf: